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Usama bin Ladins Sohn : Weißes Haus bestätigt Tod von Hamza bin Ladin

  • Aktualisiert am

Hamza bin Ladin auf einem undatierten Bild Bild: AP

Hamza bin Ladin, Sohn des früheren Al-Qaida-Chefs Usama bin Ladin, soll bei einer Operation „in der Region Afghanistan/Pakistan“ getötet worden sein, heißt es in einem offiziellen Statement des amerikanischen Präsidenten.

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          Kurz nach dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hat der amerikanische Präsident Donald Trump den Tod des Sohns des früheren Al-Qaida-Chefs Usama bin Ladin bestätigt. Hamza bin Ladin sei bei einem Anti-Terror-Einsatz „in der Region Afghanistan/Pakistan“ getötet worden, teilte das Weiße Haus am Samstag mit. Als ranghohes Al-Qaida-Mitglied sei Hamza bin Ladin bei dem Terrornetz für Planungen und für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Terrorgruppen verantwortlich gewesen. Zum Zeitpunkt des Todes machte das Weiße Haus keine Angaben.

          Hamzas Vater Usama bin Ladin galt als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington. Danach war Usama bin Ladin untergetaucht. 2011 spürte ein Spezialkommando den damals 54 Jahre alten Terroristen im pakistanischen Abbottabad auf und tötete ihn. Hamza bin Ladin soll danach eine führende Rolle bei Al Qaida eingenommen haben. Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf Analysten, mindestens seit dem Jahr 2010 habe Al Qaida im Verborgenen versucht, Hamza bin Ladin zum Chef der Organisation heranzuziehen.

          Mehrere amerikanische Medien hatten bereits Ende Juli über den Tod Hamza bin Ladins berichtet. Demnach soll er im Laufe der vergangenen zwei Jahre getötet worden sein. Trump hatte die Berichte nicht bestätigt.

          Hamza bin Ladin wurde 2015 in einer Audiobotschaft zum offiziellen Mitglied Al Qaidas ernannt. Darin rief er zu Angriffen auf die Hauptstädte westlicher Länder und ihrer Verbündeter auf, darunter Washington, Paris und Tel Aviv. In einer Aufzeichnung aus 2016 drohte er mit Angriffen auf Amerikaner in den Vereinigten Staaten und im Ausland. Ende Februar hatte das amerikanische Außenministerium eine Belohnung von bis zu einer Million Dollar auf ihn ausgelobt. Bereits Anfang 2017 war er auf die Terrorliste der Vereinigten Staaten gesetzt worden.

          Nach Angaben des amerikanischen Außenministeriums wurde Hamza bin Ladin 1989 in Dschidda (Saudi-Arabien) geboren. Andere Quellen geben sein Geburtsjahr mit 1991 an. Saudi-Arabien entzog ihm im vergangenen Februar die Staatsbürgerschaft. Nach Darstellung des Außenministeriums war Hamza bin Ladin mit der Tochter von Mohammed Atta verheiratet, der am 11. September 2001 eines der Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gesteuert hatte.

          Usama bin Ladin war 1957 in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad als Kind einer reichen Bauunternehmerfamilie geboren worden und hatte in seinen Zwanzigern Wirtschaft in Dschidda studiert. In den 1980er Jahren ging er nach Afghanistan und kämpfte dort gegen die damaligen sowjetischen Besatzer. Später gründete er das Terrornetz Al Qaida. 1994 wurde ihm die saudische Staatsbürgerschaft entzogen.

          Die Vereinigten Staaten gedachten erst am vergangenen Mittwoch der fast 3000 Toten, die die Anschläge von New York und Washington 18 Jahre zuvor gefordert hatten. Zum Jahrestag hatte Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri seine Anhänger weltweit in einer Videobotschaft zu Angriffen gegen Amerika, Israel und ihre Verbündeten aufgerufen. Al-Sawahiri ist Usama bin Ladins Nachfolger. Wie sein Vorgänger lebt der Ägypter im Untergrund. Der Al-Qaida-Chef soll sich im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufhalten.

          Trump nutzte den Jahrestag ebenfalls für eine Drohbotschaft an jene, die potenzielle Attacken gegen die Vereinigten Staaten planten. „Wir streben keinen Konflikt an“, sagte er. „Aber wenn irgendwer es wagt, unser Land anzugreifen, werden wir darauf mit dem gesamten Ausmaß amerikanischer Macht und dem eisernen Willen des amerikanischen Geistes antworten.“

          Islamistische Terroristen hatten am 11. September 2001 vier Flugzeuge gekapert. Zwei davon steuerten sie in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York. Ein weiteres Flugzeug lenkten sie in den südwestlichen Teil des Verteidigungsministeriums in Washington. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Menschen an Bord Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten.

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