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Wegen Spionageverdachts : Amerikanische Journalistin in Teheran verurteilt

  • Aktualisiert am

Die Journalistin hat sowohl die amerikanische als auch die iranische Staatsangehörigkeit Bild: dpa

Ein iranisches Gericht hat die amerikanische Journalistin Roxana Saberi nach Angaben ihres Anwalts wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Ursprünglich hatte ihr sogar die Todesstrafe gedroht. Der Fall droht die jüngste Annäherung zwischen Amerika und Iran im Atomstreit zu überschatten.

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          Ein iranisches Gericht hat die amerikanische Journalistin Roxana Saberi nach Angaben ihres Anwalts wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Anwalt Abdolsamad Chorramschahi kündigte am Samstag an, das Urteil gegen Saberi anfechten zu wollen.

          Wann der Schuldspruch fiel, war zunächst nicht bekannt. Das Gerichtsverfahren war am Montag mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden. Der Fall droht die jüngste politische Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im Atomstreit zu überschatten.

          Die 31 Jahre alte Journalistin wurde Ende Januar festgenommen. Seit Anfang April ist sie wegen Spionage angeklagt. Saberi hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und lebt seit sechs Jahren in Iran.

          Washington hält Vorwürfe für haltlos

          Im März hatten die iranischen Behörden erklärt, Saberi sei 2006 der Presseausweis entzogen worden und sie habe seitdem illegal als Journalistin gearbeitet. Sie war unter anderem für den amerikanischen Rundfunksender NPR, den amerikanischen Fernsehsender Fox News und die britische BBC tätig. Weil der Journalistin Spionage für die Vereinigten Staaten vorgeworfen wurde, hatte ihr sogar die Todesstrafe gedroht.

          Ursprünglich war Saberi vorgeworfen worden, Alkohol gekauft zu haben, was in Iran verboten ist. Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton hatte sich „tief besorgt“ über die Anklageerhebung geäußert und die sofortige Freilassung der Journalistin gefordert. Für die Freilassung Saberis haben sich auch mehrere Menschenrechtsorganisationen eingesetzt.

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