https://www.faz.net/-gpf-909am

Wegen Nordkorea : „Ich bin sehr enttäuscht von China“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Donald Trump kritisiert Chinas Verhalten in der Nordkorea-Krise Bild: AP

Nach dem nordkoreanischen Raketentest erhebt der Präsident Vorwürfe gegen China. Das Land habe Milliarden durch Handel mit Nordkorea verdient, aber würde nun „lediglich reden“. Trump selbst schickt einen Gruß an Nordkorea.

          2 Min.

          Nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest hat Amerikas Präsident Donald Trump China vorgeworfen, nichts gegen die fortwährenden Provokationen zu unternehmen. „Ich bin sehr enttäuscht von China“, schrieb Trump beim Kurzbotschaftendienst Twitter. Seine Vorgänger hätten zugesehen, wie Peking hunderte Milliarden Dollar jährlich durch Handel mit Nordkorea erwirtschaftet habe, „bisher tun sie nichts für uns mit Nordkorea, lediglich reden“, twitterte Trump. „Wir werden das nicht länger zulassen. China könnte dieses Problem leicht lösen.“

          Als Signal an Nordkorea schickte Trump zwei in Texas gestartete B-1B Bomber über die koreanische Halbinsel. Als sie die koreanische Halbinsel überflogen, wurden sie von zwei südkoreanischen Kampfjets eskortiert. Die Vereinigten Staaten haben bereits mehrmals derartig auf Waffentests in Nordkorea reagiert.

          Nordkorea hatte nach amerikanischen Angaben am Freitag zum zweiten Mal innerhalb eines Monats eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Machthaber Kim Jong-un sagte, dass der Test zeige, dass Nordkorea mit Interkontinentalraketen „jederzeit“ das gesamte Festland Amerikas erreichen könne.

          Bei dem Test am Freitag sei eine verbesserte Version einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 abgefeuert worden, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Die Rakete habe während ihrer 47-minütigen Flugzeit eine maximale Höhe von 3724,9 Kilometer erreicht und sei 998 Kilometer weit geflogen. Zudem habe der Test unter Beweis gestellt, dass die Rakete trotz der hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mit einem Atomsprengkopf bestückt werden könne.

          „Historischer Durchbruch“

          Der Raketentest war der zweite innerhalb eines Monats und erfolgte nur wenige Stunden nach einem Sanktionsbeschluss des amerikanischen Senats gegen die Führung in Pjöngjang. Bereits am 4. Juli hatte Nordkorea verkündet, es habe in einem „historischen Durchbruch“ als „Geschenk“ an die Vereinigten Staaten erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet.

          Als Warnung an Nordkorea hielten die Vereinigten Staaten und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver ab. Nach Angaben der amerikanischen Armee feuerten die Streitkräfte am Samstagmorgen Kurzstreckenraketen vor der Ostküste Südkoreas ins Meer. Zuvor hatten die Vereinigten Staaten und Südkorea angekündigt, über eine mögliche „militärische Antwort“ zu beraten.

          Vor Trump hatte bereits Außenminister Rex Tillerson Vorwürfe gegen China und Russland erhoben. Peking und Moskau trügen eine „eindeutige und besondere Verantwortung für die wachsende Bedrohung der regionalen und globalen Stabilität“, indem sie Nordkoreas Raketenprogramm wirtschaftlich ermöglichten, erklärte Tillerson.

          China gilt als wichtigster Verbündeter der international weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang. Peking verurteilte den Raketentest als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Zugleich rief das chinesische Außenministerium alle Parteien zur Zurückhaltung auf, um eine weitere Zuspitzung des Konflikts zu vermeiden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          In der Kritik: Der neue Awo-Vorstand Steffen Krollmann liegt über Kreuz mit seinem alten Arbeitgeber.

          F.A.Z. exklusiv : Awo-Dienstwagen für den Ehepartner

          Die Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt aus. Der neue Awo-Chef muss sich derweil gegen Vorwürfe seines ehemaligen Arbeitgebers zur Wehr setzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.