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Folge der Panama Papers : Zehn Jahre Haft für Pakistans früheren Regierungschef

  • Aktualisiert am

Nawaz Sharif während einer Pressekonferenz in Islamabad am 23. Mai Bild: Reuters

Nawaz Sharif soll teure Wohnungen im Ausland mit Staatsgeldern finanziert haben. Nun wurde der langjährige pakistanische Ministerpräsident wegen Korruption verurteilt – eine Entscheidung, die sich auf die anstehende Parlamentswahl auswirken könnte.

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          Ein pakistanisches Gericht hat den ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt. Sharifs Tochter Maryam bekam eine Haftstrafe von sieben Jahren, wie ein Ankläger der Nationalen Rechenschafts-Behörde (NAB), Sardar Muzaffar Abbasi, am Freitag bestätigte. Zudem müsse Sharif acht Millionen britische Pfund Strafe zahlen, was rund neun Millionen Euro entspricht. Seine Tochter Maryam soll zwei Millionen britische Pfund zahlen. Beide sind zurzeit in London, wo Sharifs schwer kranke Frau behandelt wird.

          Ins Rollen gekommen war die Affäre im vergangenen Jahr. Oppositionspolitiker beschuldigten Sharif und einige Verwandte, Staatsgelder veruntreut und gewaschen zu haben. Es ging vor allem um die Finanzierung teurer Wohnungen in London. Oppositionspolitiker stützten ihre Vorwürfe auch auf Dokumente, die 2016 im Zuge der Panama-Papers-Enthüllungen über mutmaßlichen Steuerbetrug aufgetaucht waren. Dokumente zu Offshore-Firmen zeigten die Namen von Sharifs Kindern, nicht aber seinen eigenen.

          Eine „politische Verschwörung“?

          Nawaz Sharif, der dreimal Ministerpräsident war und weiterhin als einer der mächtigsten Politiker des Landes gilt, wurde daraufhin im Juli 2017 vom Obersten Gerichtshof des Amtes enthoben. Im April 2018 verbannte das Gericht Sharif dann auf Lebenszeit auch aus dem Parlament. Die Entscheidung vom Freitag traf nun ein sogenanntes Rechenschaftsgericht, das den Korruptionsvorwürfen näher nachgehen sollte. Die Entscheidung in zwei weiteren Fällen gegen Sharif und seine Familie steht noch aus.

          Sharifs Anhänger nennen die Gerichtsverfahren eine „politische Verschwörung“. Das Urteil könnte Auswirkungen haben auf die Chancen von Sharifs Regierungspartei PML-N bei der anstehenden Parlamentswahl am 25. Juli. Zudem hatten Gerichte in den vergangenen Wochen auch Außenminister Khawaja Asif von der PML-N seines Amtes enthoben und den ehemaligen Minister Daniyal Aziz aus der Politik verbannt. Verfahren gegen zwei weitere PLM-N-Politiker laufen.

          In Pakistan ist die Ansicht verbreitet, dass das mächtige Militär bei den Verfahren seine Hände im Spiel hat. Sharif und das Militär waren sich in Fragen der Unabhängigkeit der Zivilregierung und bei außenpolitischen Themen – vor allem zum Umgang mit dem Erzfeind Indien – uneins. Sharifs politisches Ende gebe dem Militär mehr Einfluss, um das Land aus dem Hintergrund zu kontrollieren, sagen Analysten.

          Das Urteil erging unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Rund 4000 Polizisten und mehrere hundert Angehörige paramilitärischer Gruppen sicherten die pakistanische Hauptstadt aus Sorge vor gewalttätigen Protesten.

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