https://www.faz.net/-gpf-a42mv

Wegen Corona-Krise : Weltbankchef fordert Schuldenerlass für ärmste Länder

  • Aktualisiert am

Enttäuscht von chinesischen Kreditgebern und globalen Investoren: David Malpass, Präsident der Weltbank. Bild: dpa

Die Pandemie könnte rund 100 Millionen Menschen in extreme Armut treiben. Weltbankchef David Malpass fordert eine Schuldenstreichung für besonders schwer betroffene Regionen.

          1 Min.

          Die Coronavirus-Pandemie könnte nach Ansicht des Präsidenten der Weltbank, David Malpass, in den ärmsten Ländern eine Schuldenkrise auslösen. Einige Entwicklungsländer seien bereits in einer Abwärtsspirale von schwächerem Wachstum und finanziellen Schwierigkeiten, sagte Malpass in einem Interview dem „Handelsblatt“. Es sei offensichtlich, dass einige Länder nicht in der Lage sind, die aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen. „Wir müssen daher auch den Schuldenstand senken. Dies kann als Schuldenerlass oder -streichung bezeichnet werden“, forderte Malpass. „Die enormen Haushaltsdefizite und Schuldenzahlungen überwältigen diese Volkswirtschaften. Außerdem geraten die Banken dort aufgrund schlechter Kredite in Schwierigkeiten“, erklärte er. Vergleichbare Schritte seien in früheren Finanzkrisen wie in Lateinamerika und der sogenannten HIPC-Initiative für hoch verschuldete Länder in den 90er Jahren gegangen worden.

          Auch Privatbanken und Investmentfonds seien nun gefragt. „Diese Investoren tun nicht genug und ich bin von ihnen enttäuscht. Außerdem haben sich einige der großen chinesischen Kreditgeber nicht genug engagiert. Die Wirkung der Hilfsmaßnahmen ist daher geringer als sie sein könnte“, sagte der Leiter der Weltbank. Die Pandemie könnte rund 100 Millionen Menschen in extreme Armut treiben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Laschets Gratwanderung : Der Kampf um den Kurs geht weiter

          Die CDU glaubt nicht ohne Grund, dass Armin Laschet besser als Friedrich Merz die innerparteiliche Spaltung überwinden kann. Dazu muss aber auch der neue Vorsitzende über sich hinauswachsen.
          Annalena Baerbock und Armin Laschet auf der Münchner Sicherheitskonferenz am 16. Februar 2020

          Reaktionen auf Laschet-Wahl : Grüne um Abgrenzung bemüht

          Mit Armin Laschet könnte eine Koalition gelingen. Grünen und CDU muss es aber auch darum gehen, die Ränder ihres Wählerpotentials im Blick zu behalten, nicht nur die Mitte, in der man sich zum Regieren treffen könnte.
          Blick auf die Bilder: Felix Brych überprüft seine Entscheidung.

          Brych gesteht Fehler ein : Auch der Videobeweis ist menschlich

          Felix Brych bereut seine strittige Elfmeterentscheidung beim Duell zwischen Stuttgart und Mönchengladbach. Er beweist damit, dass auch die Schiedsrichter sich im Umgang mit dem VAR weiterentwickeln. Die Zeit dafür ist günstig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.