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Japan macht Grenzen zu : Aus Vorsicht – und schlafender Fremdenfeindlichkeit?

Ministerpräsident Fumio Kishida Bild: AP

In Japan tendiert die Inzidenz gen null. Wegen Omikron lässt das Land jetzt nur noch 3500 Menschen am Tag einreisen – die meisten Ausländer bleiben außen vor. Das könnte mit einem historischen Ereignis zusammenhängen.

          3 Min.

          Erst wenige Wochen im Amt, will Japans Ministerpräsident Fumio Kishida die Fehler seines Vorgängers vermeiden. Schnell und aggressiv wie noch nie während der Corona-Pandemie reagierte die Regierung in Tokio auf die Nachricht der neuen Omikron-Variante des Virus aus Südafrika. Umgehend gab es verschärfte Quarantäne-Regeln für Einreisende aus Südafrika und benachbarten afrikanischen Staaten. Schon am Montag schloss die Regierung dann die Grenzen für alle Ausländer, die neu nach Japan einreisen wollen. Vorerst gilt das bis zum Jahresende. Ähnlich aggressiv gehen nur Israel und Marokko gegen die Omikron-Variante vor.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Japan fällt so in das Muster der für Ausländer fast komplett geschlossenen Grenzen zurück, das es in der Pandemie seit Frühjahr 2020 nahezu durchgängig verfolgt hat. Für Sportler, Funktionäre und Reporter während der Olympischen Spiele in Tokio im vergangenen Sommer gab es Ausnahmeregeln unter strenger Bewegungskontrolle. Erst vor drei Wochen hatte das Land die temporäre Einreise für ausländische Geschäftsreisende, Studenten und Praktikanten unter Auflagen wieder zugelassen. Das ist nun schon wieder vorbei.

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