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Nach Jerusalem-Entscheidung : Washington will Friedensprozess in Nahost wiederbeleben

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Palästinenser protestieren in Gaza gegen die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Bild: dpa

Trumps Jerusalem-Entscheidung hat große Spannungen zwischen Israel und Palästinensern ausgelöst. Nun will sich der amerikanische Vizepräsident auf seiner Reise wieder um friedlichere Töne bemühen.

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          Das Weiße Haus will sich angesichts der jüngsten Spannungen im Nahen Osten um eine Wiederbelebung des brachliegenden Friedensprozesses bemühen. Das ließen am Freitag ranghohe Regierungsvertreter in Washington verlauten. Demnach soll die diplomatische Initiative in der kommenden Woche beginnen – am Mittwoch wird der amerikanische Vizepräsident Mike Pence in Jerusalem erwartet.

          Die Reise von Pence sei „sozusagen das Ende dieses Kapitels und der Anfang eines neuen“, sagte ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf den Friedensprozess und wie wir diese Situation zu einem Abschluss bringen können.“

          Abbas lehnt Treffen mit Pence ab

          Pence wird von dem Nahost-Beauftragten von Präsident Donald Trump, Jason Greenblatt, begleitet. Dieser hat seine palästinensischen Gesprächspartner seit der umstrittenen Entscheidung Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, nicht mehr getroffen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat bereits angekündigt, dass er Pence nicht treffen wird.

          „Wir verstehen, dass die Palästinenser Zeit zur Reflexion brauchen, das ist kein Problem“, sagte der amerikanische Regierungsvertreter weiter. „Wir werden bereit sein, wenn die Palästinenser bereit sind“, sich wieder in Gesprächen zu engagieren.

          Trump hatte am 6. Dezember trotz eindringlicher Warnungen aus aller Welt Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anerkannt und den Umzug der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angeordnet. Die Entscheidung hatte vor allem in muslimischen und arabischen Ländern heftige Proteste ausgelöst. In den Palästinensergebieten kam es dabei wiederholt zu Gewalt.

          Allein am Freitag erschossen israelische Soldaten und Grenzpolizisten vier Palästinenser, hunderte weitere wurden bei Protesten verletzt. Damit wurden seit Beginn der jüngsten Unruhen bislang acht Palästinenser getötet.

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