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Nach Zyklon „Idai“ : Tropische Depression in Moçambique

Das Schlimmste steht Moçambique noch bevor: Noch immer sind große Teile der Hafenstadt Beira von Überschwemmungen gezeichnet; jetzt drohen Seuchen. Bild: Thilo Thielke

Erst der Sturm, dann die Regengüsse: Der Zyklon „Idai“ hat große Teile Moçambiques in riesige Überschwemmungsgebiete verwandelt. In der Hafenstadt Beira ist die Cholera ausgebrochen.

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          Es ist zehn Uhr morgens, als am vergangenen Mittwoch Moçambiques Umweltminister Celso Correia in roter Warnweste vor die Presse tritt und erklärt, dass nun eingetreten sei, was schon seit Tagen befürchtet worden war. In Beira, der Hafenstadt am Indischen Ozean, durch die knapp zwei Wochen zuvor ein Wirbelsturm mit rund 190 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit gefegt war, ist die Cholera ausgebrochen. Es gibt die ersten Toten, im ganzen Land soll es mehr als hundert Fälle geben. Correia ist nur schwer zu verstehen, als er die Schreckensnachricht unters Volk bringt. Er steht im ersten Stockwerk des Flughafens von Beira, der selbst vom Zyklon „Idai“ in Mitleidenschaft gezogen wurde und tagelang geschlossen werden musste. Einige der roten Lettern sind oben vom Dach des „Beira International Airport“ gerissen worden, andere hängen taurig an Kabeln herunter.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Correiras portugiesischer Singsang wird immer wieder vom Lärm landender Transportmaschinen und startender Hubschrauber unterbrochen. Der Strom der Helfer reißt nicht ab. Allein aus Deutschland sind Trupps von Cap Anamur, dem Technischen Hilfswerk, Johannitern und Maltesern zu sehen. Unten, direkt neben der Ankunftshalle, liegt das provisorische Koordinierungszentrum. Dort treffen sie auf ihre Kollegen von den Vereinten Nationen, auf Schweizer Bergretter, kanadische Feuerwehrleute oder südafrikanische Helikopterbesatzungen, die in die Flutgebiete aufbrechen, um Menschen zu retten.

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