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Mord in der Straßenbahn : Was wir über die Schüsse in Utrecht wissen – und was nicht

  • Aktualisiert am

Utrecht: Eine Straßenbahn fährt an einer Flagge auf Halbmast vorbei. Bild: dpa

Nach und nach werden mehr Informationen zu den Schüssen in einer Straßenbahn in Utrecht bekannt. Einen Tag nach der Tat verdichten sich die Hinweise auf ein mögliches terroristisches Motiv des Täters – doch es bleiben Fragen.

          In einer Straßenbahn in Utrecht fallen Schüsse, drei Menschen sterben, drei werden schwer verletzt. Einen Tag später geht die Polizei nach ihren ersten Erkenntnissen von einem terroristischen Motiv aus. Was wissen wir – und was nicht

          Was wir wissen:

          Um 10.45 Uhr am Montagmorgen fallen Schüsse in einer Straßenbahn im Westen Utrechts. Die Polizei spricht von drei Getöteten und drei Schwerverletzten. Der Hauptverdächtige wurde am Abend verhaftet. Bei ihm handelt es sich um einen 37 Jahre alten gebürtigen Türken namens Gökmen T..

          Die Polizei hat Hinweise auf ein terroristisches Motiv. Dafür spricht unter anderem ein im Fluchtwagen gefundener Brief. Auch die Art der Tatausführung deute in diese Richtung.

          Der Verdächtige ist laut einem Medienbericht polizeibekannt. Er hat ein langes Vorstrafenregister, im Dezember 2013 wurde er wegen versuchten Mords verurteilt, vor zwei Wochen begann eine Verhandlung wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs.

          Im Zusammenhang mit der Tat wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen. Ob und was sie mit den Schüssen zu tun haben könnten, war zunächst unklar. Beide waren am Dienstag noch in Gewahrsam und sollten weiter vernommen werden. Zuerst war auch nach einem roten Auto gesucht worden, dieses wurde wenig später gefunden. Nach Angaben der Polizei war das Auto vor der Tat gestohlen worden. Darin wurde dann auch ein Schreiben entdeckt.

          Bei den Todesopfern handelte es sich um eine 19 Jahre alte Frau aus Vianen bei Utrecht und um zwei Männer im Alter von 28 und 49 Jahren aus Utrecht. Wie die Polizei via Twitter mitteilte, wurden drei weitere Personen verletzt. Der Verdächtige und die Opfer hatten nach Erkenntnissen der Polizei keine direkten Verbindungen zueinander. Zuvor war auch über eine Beziehungstat spekuliert worden.

          Was wir nicht wissen:

          Ganz klar war das Motiv auch am Dienstag immer noch nicht. Zwar ging die Polizei von einem Terrormotiv aus – sie schloss aber auch andere Hintergründe weiter nicht aus. Mehrere Menschen aus dem Umfeld des Täters berichteten niederländischen Medien, der 37 Jahre alte Mann sei nach ihrer Meinung eher als aggressiver Krimineller und leicht gestörter Typ einzustufen denn als entschlossener Terrorist.

          Unklar blieb, ob es womöglich doch mehrere Täter geben könnte. Die Rolle der beiden anderen Festgenommenen war zunächst unbekannt.

          Über den genauen Tathergang wurde zunächst wenig bekannt. Es war unklar, wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Anschlags in der Bahn waren.

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