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Türkische Syrien-Intervention : Operation Kriegsquelle

In Akcakale: Angehörige der „Nationalen Syrischen Armee“ auf dem Weg aus der Türkei an die Front in Nordsyrien. Die Betonmauer markiert die Grenze zu Syrien. Bild: Reuters

Auf der türkischen Seite der Grenze zu Nordsyrien ist der Jubel über den Einmarsch der Armee Erdogans groß. Auf der syrischen Seite weiß niemand, was ihn erwartet.

          8 Min.

          Der Grenzposten von Akcakale ist wie ein kleiner Wallfahrtsort. Mit stolzgeschwellter Brust stellen sich vier Männer auf, Schulter an Schulter. Sie sind von weither angereist. Sie halten eine große rote türkische Flagge, einem Einheimischen drücken sie die Kamera in die Hand und bitten um ein Foto. Sie drehen sich um und winken den Soldaten drüben an der hohen Grenzmauer zu, mit der sich die Türkei über Hunderte Kilometer von Syrien abschottet. Laut rufen sie ihnen zu: „Unsere Helden, ihr seid unsere Helden!“ Dann springen sie in ihr weißes Auto und fahren davon.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Schon sind die nächsten Gäste angekommen. Eine Menschentraube bildet sich um einen älteren Mann mit dem kurzgeschorenen schwarzen Vollbart, der fromme Muslime auszeichnet. Die Menschen erkennen den populären Dursun Ali Erzincanli, den Sänger nationalreligiöser Lieder, und wollen mit einem wie ihm fotografiert werden. Erzincanli, der einen dunklen Anzug trägt, geht mit würdevollen Schritten auf die Soldaten in Kampfuniform zu, spricht mit ihnen. Die rühren sich kaum. Dann verschwindet auch der Sänger.

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