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Ewige Herrscher : Das Schicksal ihres Landes ist ihnen gleichgültig

  • -Aktualisiert am

Ihr Idol hat sich zum Sieger erklärt: Anhänger Musevenis feiern Bild: Reuters

Demokratie ist, wenn der Amtsinhaber die Wahl gewinnt. Nach diesem Motto herrscht Yoweri Museveni seit 1986 in Uganda. Er ist aber beileibe nicht der einzige, der das so sieht.

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          Nicht einmal Wladimir Putin bringt es auf so viele Amtsjahre wie Yoweri Museveni. Und weil der seit 1986 in Uganda regierende Präsident, wie Putin und andere, die Demokratie nur dann gewahrt sieht, wenn er selbst gewinnt, hat die offizielle Wahlkommission den Amtsinhaber selbstverständlich zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt.

          Die Wahlbeteiligung von 58 Prozent lässt erahnen, dass sich die Begeisterung in der Bevölkerung über ihren ewigen Präsidenten in Grenzen hält. Musevenis Botschaft ans Wahlvolk ist einfach. Nur er sei in der Lage, Stabilität und Wohlstand zu gewährleisten. Folgt man dieser Argumentation, dann müsste die Menschen in Uganda allmählich die große Angst packen. Denn auch Yoweri Museveni ist sterblich – und nicht mehr jung.

          Das Land ist ihnen gleichgültig

          Aber auch das ist ein „Markenzeichen“ der Herrscher, die von Begrenzungen ihrer Amtszeit nichts halten. Ihr Horizont reicht nicht weiter als bis zum Rand des eigenen Grabes. Und das Schicksal des Landes, für dessen Wohlergehen sie angeblich jeden Tag arbeiten, ist ihnen in Wirklichkeit gleichgültig.

          Es ist erstaunlich, dass sich immer wieder genügend Unterstützer für die „starken Männer“ finden, die bereit sind, Wahlen zu manipulieren, Gegner (mund-)tot zu machen, nur um sich für einige Zeit in der Gunst des Herrschers sonnen zu können. Nichts währt ewig. Aber demokratischer Wechsel führt zu innerem Frieden. Kein geringes Gut in diesen Zeiten.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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