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Dänische Sozialdemokraten : Würste im Wind

Mette Frederiksen beim Wahlkampf am 5. Juni: Sie hat die dänischen Sozialdemokraten in den letzten Jahren wieder zum Erfolg geführt – mit linker Sozial- und rechter Migrationspolitik. Bild: EPA

Die dänischen Sozialdemokraten haben mit strikter Migrationspolitik Wahlen gewonnen. Ein Modell für Deutschland?

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          Letzten Dezember hat Mette Frederiksen ihren Parteifreunden aus ganz Europa von ihrem Plan erzählt. Die sozialdemokratischen Parteien trafen sich in Lissabon, man aß zusammen. Frederiksen sprach und leitete ihre Rede mit einer Entschuldigung ein: Sie werde in den nächsten Minuten die Stimmung trüben. So jedenfalls wird es in einer neuen Biographie über sie erzählt, geschrieben vom Journalisten Thomas Larsen.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Vorsitzende der dänischen Sozialdemokratie begann also darüber zu sprechen, was aus ihrer Sicht alles falsch läuft. Sie stellte fest, dass die Sozialdemokraten in der Bevölkerung massiv Vertrauen verloren hätten und dass die Globalisierung mit steigender Ungleichheit einhergegangen sei, mit dem Verlust von Arbeitnehmerrechten sowie mit unkontrollierter Einwanderung. Weil die Sozialdemokratie keine Antworten auf all diese Fragen gegeben habe, sei es kein Wunder, dass ihr die Wähler fortliefen. Deshalb müsse man wieder mehr Geld in Wohlfahrt und Bildung investieren.

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