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Chinas „Geiseldiplomatie“ : Zwei Michaels als Faustpfand

Der Geschäftsmann Michael Spavor im Januar 2014 links neben Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Pyongyang Bild: AFP

In China sitzt der Kanadier Michael Spavor wegen angeblicher Spionage in Haft. Ein anderer Michael wartet noch auf sein Urteil. In beiden Fällen geht es aber eigentlich um den Elektronikkonzern Huawei.

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          Um die politische Bedeutung des chinesischen Urteils gegen den Kanadier Michael Spavor zu ermessen, reicht ein Blick auf die Titelseite der führenden kanadischen Tageszeitung The Globe and Mail. Dort wird den Lesern seit fast drei Jahren täglich mitgeteilt, wie viele Tage sich der Geschäftsmann Michael Spavor und der frühere Diplomat Michael Kovrig bereits in chinesischer Haft befinden. Am Mittwoch waren es 975 Tage. Ihre Freilassung zu erwirken, ist längst oberste Priorität der kanadischen Chinapolitik. Auch im ersten Telefonat des amerikanischen Präsidenten Joe Biden mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau spielte das Schicksal der „beiden Michaels“, wie sie in Kanada genannt werden, eine zentrale Rolle.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Am Mittwoch verurteilte ein Gericht in der nordchinesischen Stadt Dandong Spavor nun wegen „Spionage und illegaler Weitergabe von Staatsgeheimnissen an andere Länder“ zu elf Jahren Haft. In der knappen Mitteilung des Gerichts stand ein Halbsatz, der womöglich irgendwann zur Lösung der politischen Krise beitragen könnte: Spavor werde aus China abgeschoben, stand da, ohne weitere Aussage, ob sich dies auf einen Zeitpunkt nach dem Ende seiner Haft beziehe. Darüber hinaus verfügte das Gericht die Beschlagnahmung von Spavors Besitztümern im Wert von umgerechnet etwa 6500 Euro.

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