https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/was-deutschland-an-waffen-fuer-die-ukraine-liefern-kann-17968360.html

Waffen für die Ukraine : Was Deutschland liefern kann

  • -Aktualisiert am

Verladung amerikanischer Militärhilfe für die Ukraine am 21. Januar Bild: AP

Die russischen Offensive im Donbass könnte entscheidend werden für den Fortgang des Krieges. Für deutsche Waffenlieferungen gibt es in dieser Phase eine gute Richtschnur.

          1 Min.

          Mit der russischen Offensive im Donbass, die nun offenbar begonnen hat, tritt der Ukrainekrieg in eine neue, womöglich entscheidende Phase. Nach der Niederlage in Kiew kann sich Putin keinen weiteren Rückschlag erlauben. Sollte er sich im Osten des Landes wieder nicht durchsetzen können, dann wäre sein Feldzug fürs Erste gescheitert. Gelänge es ihm jedoch, die beiden Separatistengebiete zu erweitern und eine dauerhafte Landverbindung zur Krim zu schaffen, dann hätte er zum ersten Mal seit Beginn des Krieges etwas, das er vor allem dem heimischen Publikum als Sieg präsentieren könnte.

          Eine schnelle Entscheidung ist allerdings unwahrscheinlich. Nach westlicher Einschätzung hat das russische Militär aus den Fehlern im Norden gelernt; bedingt auch durch das Terrain, wird nun eher eine langwierige Feldschlacht erwartet.

          Die Ukraine hat viel Erfahrung aus dem Stellungskrieg, der im Donbass in den vergangenen acht Jahren geführt wurde, wird aber ohne Zweifel weiter auf westliche Militärhilfe angewiesen sein. Die amerikanische Regierung hat sich mit den jüngsten Waffenlieferungen, zu denen Haubitzen gehören, schon auf die neue Lage eingestellt.

          Der Kanzler ist zögerlich

          Damit tut sich Deutschland schwerer. Die Debatte wird seit Tagen von lauten Forderungen nach schweren Waffen beherrscht, die auch von Leuten kommen, die vor dem 24. Februar nicht als Rüstungsbefürworter aufgefallen waren. Der Kanzler hingegen, der gerne seine Führungsqualitäten rühmt, ist zögerlich.

          Nüchtern betrachtet gilt es, zwei Aspekte zu beachten: Zum einen muss die ohnehin schlecht ausgerüstete Bundeswehr einsatzfähig bleiben; niemand weiß, ob der Krieg sich nicht doch noch nach Westen ausweitet. Zum anderen sollten die NATO-Staaten so abgestimmt wie möglich handeln, schon um Moskau keine Möglichkeit zum Spalten zu bieten. Auch die Verbündeten erfüllen Kiew nicht jeden Wunsch. Eine gute Richtschnur lautet: Was Amerika liefert, kann auch Deutschland liefern.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bei Streit im Büro ist die Wortwahl entscheidend.

          Sprache im Büro : Das wird man wohl noch sagen dürfen!

          Kollegen beschimpfen, ständig widersprechen, die Gendersprache verweigern: Es gibt viele Möglichkeiten, wie einem die Wortwahl am Arbeitsplatz zum Verhängnis werden kann. Was soll und darf man im Büro eigentlich noch sagen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.