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Ukrainische Grenze : Was der Aufmarsch russischer Truppen bedeutet

Russische Panzer und Militärfahrzeuge in der Region Woronesch am 6. April Bild: Reuters

Angesichts der russischen Kräfte an den Grenzen zur Ukraine sind erfahrene Generäle alarmiert. Moskau habe eine Invasionsarmee zusammengezogen. Sie prophezeien eine Eskalation der Gewalt.

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          Philip Breedlove ist beunruhigt, sehr beunruhigt, wenn er auf den russischen Aufmarsch an den Grenzen zur Ukraine blickt: „Wir sehen jetzt erstmals die strategischen ‚Ermöglicher‘, die Moskau für eine Invasion benötigt: Artilleriebatterien, Ausrüstung für elektronische Kampfführung, Logistik-Einheiten, Sanitäter.“ Die seien vor einer Woche noch nicht da gewesen, sagt der frühere Luftwaffengeneral, der bis 2016 Oberbefehlshaber der Nato und aller amerikanischen Truppen in Europa war. Er wisse nicht, was jetzt im Kopf des russischen Präsidenten vorgehe. Vielleicht wolle Wladimir Putin den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj politisch einschüchtern. „Oder es ist die Art von Streitmacht, mit der Russland 2014 zuerst auf der Krim und später im Donbass eingefallen ist.“

          Peter Carstens
          Politischer Korrespondent in Berlin
          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Ben Hodges geht noch weiter. „Nach allem, was wir in den letzten Tagen gesehen haben, hege ich nicht mehr den geringsten Zweifel daran, dass wir eine Eskalation der Gewalt erleben werden“, sagt der Heeres-General, der bis 2017 die amerikanischen Landstreitkräfte in Europa führte. „Was Russland an Kräften zusammengezogen hat, geht deutlich über das hinaus, was man bei einer gewöhnlichen Übung sehen würde.“ Hodges verweist, wie Breedlove, auf die „enablers“. Er nennt zusätzlich Pioniere, Luftverteidigung und Raketenwerfer. „Man kann eine Million Panzer haben, aber die bringen nichts ohne solche Unterstützungskräfte.“

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