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Viele neue Raketensilos : China gibt der Welt nukleare Rätsel auf

Wüstenbaustelle: Hier baut China neue Abschussvorrichtungen Bild: AFP

Gemessen an der Zahl seiner atomar bestückten Waffen baut China gerade viel zu viele Abschussvorrichtungen. Fachleute fragen sich, was Peking damit bezweckt.

          3 Min.

          China ist offenbar dabei, seine atomare Abschreckungspolitik neu zu justieren. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen haben amerikanische Rüstungsexperten mithilfe von Satellitenbildern neugebaute Raketensilos in chinesischen Wüstengebieten entdeckt. Anfang Juli berichtete das James Martin Center for Nonproliferation Studies über 119 solcher Bauten in der Provinz Gansu. Nun hat die Federation of American Scientists in der Wüste Gobi in der Provinz Xinjiang ähnliche Bauarbeiten ausgemacht. Dort seien bis zu 110 Silos im Bau, heißt es auf der Website der Denkfabrik.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Deren Abrüstungsexperten Matt Korda und Hans Kristensen sehen darin die „bedeutendste Ausweitung des chinesischen Atomwaffenarsenals“, die es je gegeben habe. Bisher hat China nur rund 20 unterirdische Abschussvorrichtungen betrieben. Mit den neuen Bauten in Gansu und Xinjiang würde sich diese Zahl verzehnfachen. Das US Strategic Command, das die amerikanischen Atomstreitkräfte führt, kommentierte die Erkenntnisse mit den Worten, sie bestätigten, „was wir seit langem über die wachsende, von Geheimhaltung verschleierte Gefahr für die Welt sagen“.

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