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Verfassungsreform in Südafrika : Warum weiße Farmer in Südafrika enteignet werden sollen

Der neue Präsident Südafrikas, Cyril Ramaphosa, will die Verfassung ändern, so dass mehr schwarze Farmer Land erhalten (Archivbild). Bild: AFP

Katerstimmung in Südafrika: Der neue Präsident will die Verfassung ändern, um weiße Farmer enteignen zu können. Das sorgt für Unruhe – bei Banken und Bauern.

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          Die Erleichterung war groß, als der korrupte südafrikanische Staatspräsident Jacob Zuma seinen Platz freiwillig räumte und Platz machte für seinen Nachfolger Cyril Ramaphosa. Nun sei ein Mann der Wirtschaft an der Macht, jubelten viele am Kap, einer, der nicht nur über ein Vermögen von rund 450 Millionen Dollar verfügen soll, sondern zudem als investorenfreundlich gilt. Nun gehe es endlich aufwärts. Kaum war der neue Mann im Amt, stieg, wie zum Beweis, der Kurs des Rand, der nationalen Währung.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Das war vor nicht einmal drei Wochen, doch die Anfangseuphorie ist schon verflogen. Bereits in seiner Antrittsrede zur Lage der Nation am 16. Februar irritierte Ramaphosa, der ehemalige Gewerkschaftsführer und Geschäftsmann, seine Landsleute, indem er meinte, man könne weiße Landwirte zur Not auch ohne Entschädigung um ihr Land bringen. Einige Tage später dann schloss sich seine Partei, der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), im Parlament einem Ansinnen der linksradikalen Economic Freedom Fighters (EFF) an: Bis August soll nun der Entwurf für eine Verfassungsänderung vorgelegt werden. Das Ziel: weiße Bauern ohne Kompensation zu enteignen – immerhin mit dem Zusatz: „solange die landwirtschaftliche Produktion nicht gefährdet ist“.

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