https://www.faz.net/-gpf-9d3lm

Bundesentwicklungsminister : „Afrika kann enorme Dynamik entwickeln“

  • Aktualisiert am

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CS) beim Besuch einer Kakao-Plantage in der Elfenbeinküste Bild: dpa

Anstatt sich abzuschotten, fordert Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) von der EU, die Märkte für sämtliche Produkte aus Afrika zu öffnen – auch um dort Jobs für Millionen Arbeitslose zu schaffen, die sich sonst auf die Flucht begeben.

          Die Europäische Union sollte ihre Märkte nach Ansicht von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) für sämtliche Güter aus Afrika öffnen. Besonders Agrarprodukte sollten hierzulande zoll- und quotenfrei eingeführt werden können, um in Afrika Jobs für Millionen arbeitslose junge Menschen zu schaffen, sagte der CSU-Politiker der „Welt“. Dies könne auch die Migration Richtung Europa bremsen. „Ich bin mir sicher: Afrikas Jugend will und wird sich nicht auf die Flucht begeben und in der Heimat bleiben, wenn es Arbeit und Zukunftsperspektiven gibt.“

          Europa könne sich nicht völlig abschotten, sagte er. Im Rahmen eines EU-Afrika-Abkommens müssten die EU-Staaten auch legale Möglichkeiten eröffnen, um in Europa zu arbeiten. „Klar ist aber auch, dass wir von den afrikanischen Ländern im Gegenzug verlangen, abgelehnte Asylbewerber ohne Duldung zurückzunehmen.“

          Müller bemängelte, dass sich bislang nur 1000 von 3,5 Millionen deutschen Unternehmen in Afrika engagierten. Dabei hätten 42 von 54 afrikanischen Ländern im vergangenen Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum als Deutschland gehabt. „Das zeigt, welche enorme Dynamik Afrika entwickeln kann.“ In den kommenden zehn Jahren werde in afrikanischen Städten mehr gebaut werden, als dies in den vergangenen 100 Jahren in Europa der Fall gewesen sei. Doch derzeit seien vor allem chinesische, türkische und russische Unternehmen auf dem Kontinent aktiv. Faktisch sei derzeit der europäische Markt für Produkte aus Afrika gesperrt, gleichzeitig stiegen die europäischen Exporte nach Afrika.  

          Weitere Themen

          Der Kampf ums Erdgas Video-Seite öffnen

          Schneller Schlau : Der Kampf ums Erdgas

          Es geht um viele Milliarden – und Deutschland ist einer der größten Importeure der Welt von Erdgas. Kein Wunder also, dass andere Länder mit harten Bandagen um Lieferverträge konkurrieren.

          Maßnahmenpaket für die Bahn Video-Seite öffnen

          Verbesserung der Pünktlichkeit : Maßnahmenpaket für die Bahn

          Die Deutsche Bahn stellte ein Maßnahmenpaket für Verbesserungen im Betriebsablauf vor. 22.000 Mitarbeiter sollen rekrutiert werden, neue Züge sollen zusätzliche Kapazität schaffen. Die Finanzierung ist bisher jedoch unklar.

          Topmeldungen

          EU und der Brexit : Zieh’ Du zuerst!

          Wie reagiert die EU auf das Brexit-Chaos in London? Schon in der Vergangenheit hat man in Brüssel auf die Strategie gesetzt, lieber nicht den ersten Schritt zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.