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Verschwundener Journalist : Warum die Saudis Jamal Khashoggi fürchteten

Khashoggi lehnte die autoritäre Herrschaft des Kronprinzen ab Bild: AP

Der Journalist Jamal Khashoggi sah sich selbst nicht als Dissidenten, sondern als Reformer. Doch er wurde der saudischen Führung zu gefährlich. Kaum jemand wusste so viel wie er.

          5 Min.

          Als Dissident hatte Jamal Khashoggi sich nie verstanden. Dabei war er über Jahrzehnte eine der treibenden Kräfte für Reformen im rückständigen Königreich Saudi-Arabien gewesen. In den vergangenen Jahren ging er jedoch immer mehr auf Distanz zum neuen starken Mann in Riad, dem jungen Kronprinzen Muhammad Bin Salman. Zwar unterstützte der 1958 geborene Khashoggi dessen gesellschaftliche Reformen. Er lehnte aber die autoritäre Herrschaft des Kronprinzen, die keinen Raum für Pluralismus lässt, ebenso ab wie den Krieg im Jemen, das Embargo gegen Qatar und die Annäherung an Israel auf Kosten der Palästinenser.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          In jüngster Zeit bahnte sich daher ein neuer Abschnitt in Khashoggis politischem Werdegang an – einer, den er nicht angestrebt hatte: Er wuchs zunehmend in die Rolle des künftigen Oppositionsführers im Exil hinein. Immer wieder hatte es in der Vergangenheit saudische Dissidenten und Oppositionelle gegeben, Prinzen, Geschäftsleute und islamische Theologen wie Saad Faqieh. Sie ließen sich meist in London oder Kairo nieder, und die Welt nahm von ihnen keine Notiz. Für das Haus Saud waren sie nie eine Gefahr.

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