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Putin und die Corona-Krise : Das Virus wird Chefsache

Rundgang mit dem Klinikchef: Wladimir Putin am Dienstag in Kommunarka am Rande von Moskau Bild: AP

Bis vor kurzem war der Kampf gegen das Coronavirus keine Priorität des Präsidenten. Doch nun bereitet der Kreml die Russen auf eine Ausbreitung im ganzen Land vor – und Putin verschiebt sogar die Abstimmung über die Verfassungsreform.

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          Am Mittwoch voriger Woche war Wladimir Putin zu Gast auf der Krim, zur Feier der Annexion der ukrainischen Halbinsel sechs Jahre zuvor. Nebenbei verkündete Russlands Präsident, man habe die Coronavirus-Lage „insgesamt bisher unter Kontrolle“. Die Führung versuchte, Vertrauen darin zu vermitteln, dass Vorbeugungsmaßnahmen wie Grenzschließungen und Quarantäne für Rückkehrer aus Risikoländern genügen würden.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Dabei halfen die relativ niedrigen offiziellen Fallzahlen. Zwar sollen alle Personen, die Putin trifft, schon länger auf das Virus getestet werden. Aber politisch war der Kampf dagegen keine Priorität des Kremls: Das war die Verfassungsreform, die Putin den Verbleib im Präsidentenamt bis 2036 ermöglichen soll. Schon hat Werbung für eine Volksabstimmung dazu begonnen; sie hebt den „Schutz“ russischer Kultur und des Siegs im Zweiten Weltkrieg hervor und verschweigt Putins Machtcoup.

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