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Polens katholische Kirche : Der Fluch der bösen Taten

Denkmalschutz: Die Statue von Pfarrer Jankowski in Danzig fällt. Bild: AP

Polens katholische Kirche steckt zur Zeit nicht nur wegen der Missbrauchsskandale in der Krise: Sie fürchtet sich auch vor Akten der kommunistischen Geheimpolizei.

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          Viele Bürgerrechtler in den Ländern des einstigen Ostblocks hatten es befürchtet, und es hat sich bestätigt: Die offenen Archive der Stasi und ähnlicher Organe nach 1989 lassen nicht nur Schlimmes über Geheimpolizisten und Spitzel zutage treten, sondern auch – in besonders schmerzhafter Weise – über die Bespitzelten. Dass die Täter in den Polizeiregimen mit übelsten Methoden arbeiteten, hatte man gewusst oder geahnt. Jetzt aber kommen die kleinen oder großen privaten Sünden ihrer Opfer ans Tageslicht.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Polens katholische Kirche, die stärkste vom Staat unabhängige Organisation im Ostblock, hatte das kommen sehen. Als wichtige vermittelnde Kraft am bereits im Frühjahr 1989 einberufenen „Runden Tisch“ hat sie offenbar unauffällig dafür gesorgt, dass sie die Akten über Zehntausende von Priestern in die Hand bekam. Danach wurden sie vermutlich verbrannt.

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