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China im Konflikt mit der NBA : Auch westliche Konsumenten haben Macht

Knickte nicht ein: NBA-Chef Adam Silver Bild: EPA

Viel zu lange hat der Westen nur mit den Achseln gezuckt, wenn westliche Unternehmen sich Pekings Diktat unterwarfen. Der Gegendruck der NBA zeigt: Auch westliche Konsumenten haben eine Marktmacht – wenn ihnen etwas an der Meinungsfreiheit liegt.

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          Dieses Beispiel wird hoffentlich Schule machen. Der Chef der amerikanischen Basketball-Profi-Liga NBA hat vorgemacht, wie man Chinas anmaßenden Versuchen begegnet, die Meinungsfreiheit weit jenseits der eigenen Grenzen zu beschneiden. Peking wollte, dass die NBA dem Manager der Houston Rockets den Mund verbietet, weil der sich in einem Tweet hinter die Demonstranten in Hongkong gestellt hat.

          Offenbar war die chinesische Führung sich sicher, dass die Drohung, der Basketball-Liga den Zugang zum lukrativen chinesischen Markt zu verweigern, ausreichen würde, um NBA-Chef Adam Silver das Fürchten zu lehren. Doch der dachte gar nicht daran, sondern stellte klar, dass die Liga für Werte wie Meinungsfreiheit stehe und dass das eines ihrer besten Exportgüter sei. Dass er dabei auch den amerikanischen Markt im Blick hat, wo man wohl nicht begeistert wäre, wenn eine nationale Institution wie die NBA sich vor Peking in den Staub wirft, schmälert die Bedeutung seiner Geste nicht.

          Sie ist wichtig, weil China zuletzt mit immer brachialeren Methoden dafür gesorgt hat, dass die Selbstzensur in westlichen Unternehmen, Universitäten und Regierungen um sich greift, wenn es um Themen geht, die Peking als seine Kerninteressen betrachtet. Das Beispiel der NBA zeigt, dass man Gegendruck erzeugen kann, wenn einzelne Akteure, in diesem Fall Vereine, sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Denn auf die amerikanische Profi-Liga als Ganzes werden die chinesischen Zuschauer kaum verzichten wollen. Dafür ist Basketball in China zu populär.

          Die Marktmacht Chinas bedeutet nicht, dass Unternehmen reine Bittsteller sind. Sie schaffen Arbeitsplätze in China und bieten zum Teil Waren an, die das Land nicht in der Lage ist, selbst herzustellen. Guter Basketball gehört dazu.

          Viel zu lange hat der Westen nur mit den Achseln gezuckt, wenn westliche Unternehmen sich Pekings Diktat unterwarfen. So wie der Autokonzern Daimler, der sich allen Ernstes dafür entschuldigte, „die Gefühle des chinesischen Volkes“ verletzt zu haben, weil er einen Allerweltsspruch des Dalai Lama, eines Friedensnobelpreisträgers, für eine Werbeaktion nutzte. Der Gegendruck der NBA erinnert nun daran, dass auch westliche Konsumenten eine Marktmacht haben. Wenn ihnen denn etwas liegt am Erhalt der eigenen Meinungsfreiheit.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

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