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Auflösung des INF-Vertrags : Amerika zuerst

Er läutete das Ende des INF-Vertrags ein: Russland präsentiert im Januar der Welt den Container des Marschflugkörpers SSC-8, im Hintergrund die Startvorrichtung. Bild: Pavel Golovkin/AP/dpa

Der INF-Vertrag ist gescheitert. Dennoch überlässt Moskau die formelle Auflösung des Kontrakts Washington. Was steckt dahinter?

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          Der 1987 zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion ausgehandelte Vertrag zur Beseitigung aller landgestützten atomaren Mittelstreckensysteme beider Staaten werde an diesem Freitag „in die Geschichte eingehen“. So drückte es der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow am Donnerstag in Moskau aus und fügte hinzu, der INF-Vertrag werde durch den Ausstieg der Amerikaner „automatisch seine Gültigkeit“ verlieren. Russland werde „gar nichts verlassen“.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Diese Abfolge ist Moskau wichtig. Schon Anfang Februar folgte Präsident Wladimir Putin Washington „spiegelbildlich“ in die Aussetzung des INF-Vertrages. Anfang Juli unterzeichnete der Präsident dazu zudem ein Gesetz. Indem Putin den Amerikanern jetzt die Auflösung überlässt, kann er ihnen vor der eigenen Bevölkerung, vor der Aufrüstungskosten zu rechtfertigen sind, und seinem Auslandspublikum die Schuld am Ende des Vertrages geben. Putins Kalkül begünstigt, dass die Amerikaner die Beweise für die von ihnen gerügten Vertragsverletzungen, die auf eine jahrelange, bewusste Täuschung durch Russland hinauslaufen, zwar angeblich den Verbündeten vorgelegt, aber nicht veröffentlicht haben.

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