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Neues Kirchengesetz in Montenegro : Ein Raub an der serbischen Orthodoxie?

Serbisch-orthodoxe Priester und Nonnen demonstrieren am 24. Dezember in Montenegro. Bild: EPA

Montenegro hat ein Gesetz verabschiedet, um den Besitz kirchlicher Immobilien neu zu regeln. Doch eigentlich geht es um mehr: das Staatsbildungsprojekt eines einstigen Jungsozialisten und die Beziehungen des Landes zu Serbien.

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          Wenn dieses Gesetz gebilligt werde, dann werde es einen Bürgerkrieg geben: „Ihr könnt mit dem Schlimmsten rechnen“, warnte Oppositionsführer Andrija Mandić die Regierung, bevor in der Nacht zum Freitag im Parlament Montenegros über ein Gesetz abgestimmt wurde, das den Besitz kirchlicher Gebäude und Ländereien neu regeln soll. Man wolle mit Gewalt dagegen kämpfen, wenn das Gesetz in Kraft trete, sagte Mandić. Seine „Freunde“ aus den neunziger Jahren, der Zeit des blutigen Zerfalls Jugoslawiens, forderte er dazu auf, sich bereitzuhalten.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Die Polizei in der Hauptstadt Podgorica hatte das Parlamentsgebäude abgeriegelt, um Demonstranten den Zugang zu versperren. Abgeordnete der proserbischen Opposition, die Montenegros erst 2006 errungene Eigenstaatlichkeit ablehnen und einen Anschluss an Serbien suchen, zündeten Rauchgranaten und bedrohten den Parlamentssprecher mit Gewalt.

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