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Klage gegen Waffenhersteller : Gegen die tödliche Flut von Waffen

Die mexikanische Armee präsentiert im Mai 2010 in Guadalajara von den Kartellen beschlagnahmte Waffen Bild: Reuters

Seit Jahren fordert die mexikanische Regierung, Washington solle gegen den Waffenschmuggel Richtung Süden vorgehen – vergebens. Deshalb verklagt sie jetzt die Waffenhersteller und gibt sich siegesgewiss.

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          Rund 2,5 Millionen Schusswaffen sollen in den vergangenen zehn Jahren aus den Vereinigten Staaten über die mexikanische Grenze geschmuggelt worden sein, heißt es in einem Bericht der mexikanischen Regierung. Darunter seien unter anderem Kriegswaffen gewesen, beispielsweise Präzisionsgewehre für Scharfschützen. Seit Jahren fordert die mexikanische Regierung von Washington, härter gegen den Waffenschmuggel nach Süden vorzugehen, bislang ohne Erfolg.

          Oliver Kühn
          Redakteur in der Politik.

          Deshalb hat die Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador nun in Boston eine Klage gegen mehrere Waffenhersteller eingereicht. Es ist das erste Mal, dass eine ausländische Regierung einen solchen Schritt unternimmt. Darin wirft sie diesen „fahrlässige Praktiken“ beim Verkauf der Waffen vor und fordert finanzielle Entschädigung in ungenannter Höhe. Außerdem prangert sie an, dass die Hersteller Waffen produzierten, die sich ästhetisch direkt an die Mitglieder der mexikanischen Kartelle wendeten. So stellt beispielsweise die Firma Colt eine Pistole mit dem Abbild des mexikanischen Revolutionshelden Emiliano Zapata und dem ihm zugeschriebenen Spruch „Lieber stehend sterben als kniend leben“ her.

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