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Griechische Grenze : Abschrecken, abschrecken, abschrecken

Migranten am türkischen Grenzübergang in Edirne Bild: AFP

Griechenland verteidigt seine Grenzen mit Stacheldraht und Gewalt. Die Bulgaren, die Erdogan hofieren, können sich das sparen.

          8 Min.

          Als Kyriakos Mitsotakis im Juli vergangenen Jahres zum Ministerpräsidenten Griechenlands gewählt wurde, dachte er noch, seine wichtigste und schwierigste Aufgabe sei es, die griechische Wirtschaft dauerhaft auf Wachstumskurs zu bringen. Davon hatte er oft gesprochen im Wahlkampf, davon sprach er auch in den ersten Monaten im Amt immer wieder. Doch im Schatten eines dann tatsächlich beständigen Wirtschaftswachstums reifte eine Krise heran, deren Ausmaß der Athener Regierungschef anfangs unterschätzte, wie er inzwischen selbst zugegeben hat. Nach Jahren, in denen unabhängig von Wahlergebnissen letztlich der Internationale Währungsfonds die Richtlinien der Politik in Athen bestimmte, ist der Primat des Ökonomischen in Griechenland wieder von der Politik abgelöst worden – und das mit einer Wucht, die alle anderen innenpolitischen Streitigkeiten des Landes in den Hintergrund drängt.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Die Migrationskrise könnte für Mitsotakis früh in seiner Amtszeit zu einem Moment werden, der über seine politische Zukunft entscheidet – als Ministerpräsident, aber auch als Vorsitzender der zwischen Konservatismus, wirtschaftlichem Liberalismus und Nationalismus oszillierenden Regierungspartei Nea Dimokratia. Von der Opposition droht ihm zumindest derzeit wenig Gefahr. Oppositionsführer Alexis Tsipras, Vorsitzender des „Bündnisses der radikalen Linken“ und bis zum vergangenen Jahr selbst Ministerpräsident, sagte dieser Tage, die Regierung habe gut daran getan, die Grenze zu schließen.

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