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Anti-Terroreinsatz in Mali : Frankreich zahlt einen hohen Preis

  • -Aktualisiert am

Ein französischer Soldat der Anti-Terror-Operation „Barkhane“ im Norden von Burkina Faso an der Grenze zu Mali Bild: AFP

Die Rolle als Gendarm Westafrikas überfordert die frühere Kolonialmacht Frankreich. Auch vor diesem Hintergrund sind die eindringlichen und oftmals auch aufdringlichen Appelle Macrons zu verstehen, eine europäische Armee anzustreben.

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          Frankreich hat in seinem ehemaligen afrikanischen Hinterhof gewiss Fehler begangen. Aber das mindert nicht das Verdienst seiner Streitkräfte, die in der Sahelzone für die Sicherheit Europas kämpfen. Frankreich zahlt dafür einen hohen Preis, wie der Verlust von dreizehn Elitesoldaten bei dem Kampfeinsatz in der Wüste Malis zeigt. In die Trauer mischt sich auch die Erkenntnis, dass die Herausforderung im asymmetrischen Krieg gegen islamistische Terrorgruppen im Sahel-Gebiet für ein Land allein zu groß ist.

          Die Rolle als Gendarm Westafrikas überfordert die frühere Kolonialmacht. Frankreich braucht die Unterstützung der Bundeswehr und anderer europäischer Streitkräfte mehr denn je. Estland hat gerade beschlossen, die Zahl seiner Soldaten in Mali zu verdoppeln. Sichtlich bewegt hat Verteidigungsministerin Florence Parly nach dem Tod der dreizehn Soldaten betont, wie wichtig die Hilfe der europäischen Verbündeten ist.

          Auch vor diesem Hintergrund sind die eindringlichen und oftmals auch aufdringlichen Appelle des französischen Präsidenten zu verstehen, eine europäische Armee anzustreben und innerhalb der Nato-Strukturen den europäischen Pfeiler zu stärken. Das zeugt weniger von Antiamerikanismus als vor allem von dem Bewusstsein, dass ein Kriegs- und Krisenherd in Afrika vor allem eine Herausforderung für die Europäer darstellt. Sie müssen mit den Flüchtlingsströmen und der Unterwanderung durch Terroristen klarkommen. Das hat auch der Syrien-Krieg gezeigt.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

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