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Jahrhundertflut in Venedig : Tage des Alarms

Lega-Chef Matteo Salvini hat bei seinem Besuch in Venedig eindringlich dafür geworben, die Hochwasserschutzmaßnahmen zu verbessern. Bild: dpa

Immer wieder gibt es in Venedig heftige Überschwemmungen. Doch der italienischen Politik ist es bisher nicht gelungen, wirksame Vorkehrungen gegen Hochwasser zu treffen.

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          Das war schon ein schlechtes Zeichen. Am Freitagmorgen blies eine steife Brise vom Meer herüber in die Lagune. Und warm war der stürmische Wind dazu, fast frühlingshaft. Dabei hat der Winter noch gar nicht begonnen. Wenn der aus der Sahara über das Mittelmeer strömende Wüstenwind Scirocco bläst wie dieser Tage, steht es schlecht um Venedig. Dass es seit gut zwei Wochen immer wieder heftig regnet, mag die Lage zusätzlich verschlimmern. Aber es sind vor allem der Scirocco und die Gezeiten, die das Meerwasser von der Adria her in die Lagune drücken. Und dann in die Kanäle und schließlich in die Straßen und Gassen der Serenissima.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Am Freitagvormittag gegen zehn Uhr ist es wieder so weit: Der Canal Grande schwappt auf ganzer Länge über. Zuverlässig stehen die Verkäufer von Regenschirmen und Gummiüberziehern für die Schuhe an der Ponte della Costituzione. Es gehört zu den Rätseln der globalisierten Migration, dass die fliegenden Regenschirmverkäufer, die mitunter auch Papiertaschentücher und in Venedig allerlei Gummiartikel fürs Schuhwerk im Angebot haben, in allen italienischen Städten aus Südasien stammen. Ihr Geschäft läuft gut. Denn die allermeisten Touristen, die am Bahnhof noch aufgekratzt ihre Rollkoffer hinter sich herziehen, die sie wegen des Hochwassers bald werden hochheben müssen, haben für ihren Venedig-Urlaub keine Gummistiefel eingepackt. Die Preise für die Gummiüberzieher schwanken erheblich. Besucher aus Asien zahlen am meisten.

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