https://www.faz.net/-gpf-9dq8o

Währungskrise der Lira : Der Türkei helfen – nur wie?

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bei einer Gedenkveranstaltung an die Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 am Sonntag im Osten der Türkei Bild: AP

Eine stabile Türkei ist im Interesse Deutschlands. Ankara muss aber auch selbst handeln. Ein Kommentar.

          3 Min.

          Die Türkei wird bald Hilfe benötigen. Denn es ist unwahrscheinlich, dass das Land in den kommenden zwölf Monaten aus eigener Kraft die 170 Milliarden Dollar aufbringen kann, die es aufbringen muss. Rasch hat das befreundete Qatar Investitionen von 15 Milliarden Dollar zugesagt, und in Deutschland hat eine Diskussion darüber begonnen, ob und gegebenenfalls wie man der Türkei helfen könne. Beides sind kurzfristig wirkende Gesten, nicht mehr und nicht weniger.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Der Türkei kann im Grunde weder Qatar noch Deutschland helfen, auch nicht ein anderer Staat, entspricht die erforderliche Summe doch einem Fünftel der Wirtschaftsleistung. Qatars Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn die Türkei benötigt zur Stabilisierung der Lira eine große Kapitalinfusion. Auch sollte ein einzelnes Land der Türkei nicht helfen, denn das müsste die Türkei zunächst selbst tun, etwa indem die Zentralbank die Zinsen erhöht, was Präsident Tayyip Erdogan nicht will. Zudem gibt es für solche Notfälle den Internationalen Währungsfonds. Dort könnte die Bundesregierung einen Hilfsantrag der Türkei unterstützen. Die Führung in Ankara fürchtet sich aber vor Auflagen des Währungsfonds.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+