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Kandidat der Vergessenen : Warum ein Leninist Präsident von Peru werden könnte

Stets mit Pferd und Strohhut: der leninistisch-marxistische Kandidat Pedro Castillo am Ende seiner Kampagne in Lima, der Hauptstadt Perus. Bild: AFP

In Peru sind in der Stichwahl zwei Kandidaten, die für die dunkelste Zeit des Landes stehen. Die meisten Stimmen holte zunächst jemand, den in der Hauptstadt kaum einer kannte. Der Andenstaat erkennt sich selbst nicht wieder.

          3 Min.

          Manch ein Ereignis weckt böse Erinnerungen und gibt Rätsel auf. Die erste Runde der Präsidentenwahl in Peru war so eines. In der Stichwahl stehen nun zwei Kandidaten, die für die dunkelsten Zeiten der jüngeren Geschichte des Landes stehen. Da wäre zunächst Pedro Castillo, ein leninistisch-marxistischer Lehrer und Gewerkschafter aus der Provinz, von dem die meisten Bewohner der Hauptstadt zuvor noch kaum etwas gehört hatten. Wie konnte so jemand die meisten Stimmen auf sich ziehen?

          Tim Niendorf
          Politikredakteur.

          Das Logo seiner Partei erinnert mit seinem roten Hintergrund und seiner Aufmachung an das anderer marxistisch-leninistischer Parteien, nur dass als Symbol statt Hammer und Sichel ein Bleistift herhalten muss. Die Botschaft ist klar: Es geht um Bildungschancen. Castillo reichten schon 19 Prozent der Stimmen, um auf Platz eins zu landen. Die meisten Medien hatten ihm zuvor kaum Beachtung geschenkt, warum auch? Bei einem renommierten Umfrageinstitut kam er mit drei Prozent nur auf Rang neun und fiel damit unter „los otros“ – die anderen.

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