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Kampf gegen Corona : Warum die Schweiz so hohe Fallzahlen hat

Manche mit Maske, manche ohne: Fußgänger am vorletzten Oktoberwochenende in Bern Bild: dpa

Im Sommer überboten sich die Schweizer Kantone mit Lockerungen. Inzwischen musste die Regierung in Bern scharfe Maßnahmen gegen Corona ergreifen.

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          „Wir können Corona“, sagte der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset im Mai, als die Corona-Neuinfektionen infolge der Restriktionen im öffentlichen Leben sanken. Die damalige Aussage fliegt dem Sozialdemokraten jetzt um die Ohren. Die erfolgsverwöhnte Schweiz, die in Weltranglisten aller Art, in denen es um Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Bildung geht, meist weit vorne landet, steht inzwischen sehr schlecht da.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Aus der Sicht der deutschen Bundesregierung ist die Schweiz ein Risikogebiet. Im Sieben-Tage-Durchschnitt wurden pro 100.000 Einwohner zuletzt täglich 79 Neuinfektionen gemeldet. Das ist viel mehr als in Frankreich (62), Spanien (41), Italien (36) und Deutschland (16). In Europa sind die prozentualen Fallzahlen nur in Belgien, der Tschechischen Republik, Luxemburg und Slowenien noch höher als in der Schweiz. Der Anteil der positiven Covid-19-Tests beträgt dort aktuell fast 27 Prozent. Das ist fünf Mal mehr als in Deutschland. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sollte die Positivrate möglichst nicht oberhalb von fünf Prozent liegen. Höhere Raten zeugen davon, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreitet. Die Schweiz testet also zu wenig, um das Infektionsgeschehen nachvollziehen zu können. Entsprechend groß dürfte die Dunkelziffer sein.

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