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Ungewöhnliches Wahlbündnis : Warum die Präsidentenwahl in Kenia historisch ist

Kraft der Orangen: „Mama Chungwa“ am Sonntag in Nairobi Bild: Claudia Bröll

Kenia wählt am Dienstag einen neuen Präsidenten. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ziehen die zwei Volksgruppen an einem Strang, die sich 2007 bekriegten. Sie machten den Klassenkampf zum Wahlkampfthema. Ihr Motto: „Hustler gegen Dynastien“.

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          Margaret Nganyi steht schon seit fünf Uhr morgens im Kasarani-Stadion in Nairobi bereit. Ganz in Orange hat sie sich gekleidet, von der Kappe bis zum langen Rock. Eine Kette aus Orangen hängt um ihren Hals – die Früchte sind das Symbol der Partei von Oppositionsveteran Raila Odinga, der am Samstag in dem Stadion seine letzte Kundgebung vor den Präsidentenwahlen am Dienstag abgehalten hat. Es wird ein enges Rennen zwischen ihm und dem Vizepräsidenten William Ruto erwartet. Der amtierende Präsident Uhuru Kenyatta tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr an.

          Claudia Bröll
          Politische Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Für „Mama Chungwa“, also „Mama Orange“, wie sich die ältere Dame nennt, ist es ein großer Tag. Seit 1990 ist sie eine leidenschaftliche Anhängerin Odingas. Viermal hat der heute 77 Jahre alte Politiker vergeblich versucht, das höchste Amt in dem afrikanischen Staat zu erlangen. Aus Nganyis Sicht wurden ihm die Siege jedes Mal gestohlen. „Ich bin so glücklich und so darauf erpicht, Raila Odinga zu unterstützen“, sagt sie. „Ich will, dass dieses Land sicher in seinen Händen ist, für meine Kinder und Enkelkinder.“

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