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Präsidentenwahl in Tansania : „Wir werden uns diese Wahl nicht stehlen lassen“

  • Aktualisiert am

Der tansanische Oppositionspolitiker und Präsidentschaftskandidat Tundu Lissu Ende August 2020 in Daressalam, nach seiner Rückkehr nach Tansania Bild: AFP

Am Mittwoch wählt Tansania einen neuen Präsidenten. Drei Jahre nach einem Mordversuch ist der Oppositionspolitiker Tundu Lissu deshalb in das Land zurückgekehrt. Er will gegen Amtsinhaber John Magufuli gewinnen.

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          Tundu Lissu bestellt sich ein kaltes Safari-Bier und reckt die Arme. Es ist neun Uhr abends, vor einer guten Stunde ist er mit seiner Entourage im Keys-Hotel in der nordtansanischen Stadt Moshi angekommen. Jetzt entspannt er sich draußen im Pizzarestaurant am Swimmingpool. Zwei Wahlkampfauftritte hat der Spitzenkandidat der Opposition an diesem Tag rund um den Kilimandscharo absolviert. Im Stadion von Moshi, sagt Lissu, hätten ihm mehr als 100.000 Menschen zugejubelt. Wie viele tatsächlich zusammengekommen sind, weiß kein Mensch – doch die Straßen der Stadt waren voll, es war kaum ein Durchkommen. Und natürlich haben sie ihn hier in der Hochburg der wichtigsten Oppositionspartei, Chama cha Demokrasia na Maendeleo (Chadema), gefeiert.

          Eigentlich ist es ein Wunder, dass er überhaupt noch lebt. Lissu, ein 52 Jahre alter Anwalt, ist erst seit gut drei Monaten wieder in seinem Heimatland. Am 7. September 2017 hatten Unbekannte dem Politiker in der Hauptstadt des Landes, Dodoma, aufgelauert. Auf einem Parkplatz eröffneten die Männer das Feuer auf seinen schwarzen Landcruiser. Sechzehnmal trafen sie Tundu Lissu. Irgendwie schafften es Parteigenossen, den Schwerverletzten in einem Privatflugzeug in die kenianische Hauptstadt Nairobi zu bringen. Die tansanische Regierung hatte angeboten, ihn in die Hafenmetropole Daressalam zu transportieren – wie er glaubt, um ihn unterwegs sterben zu lassen.

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