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Neuer Corona-Hotspot Russland : Niemand kennt das wahre Ausmaß

Höchste Vorsicht: Die Beisetzung eines Corona-Toten im russischen Kolpino am Sonntag. Bild: AP

Die offiziellen Corona-Zahlen in Russland steigen rapide. Anfangs hatte die Regierung die Lage beschönigt. Jetzt ist Putins Sprecher selbst mit dem Virus infiziert und wird im Krankenhaus behandelt. Eine Chronologie des Versagens.

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          In der Not hat Russland seine Helden: Krankenschwestern, Sanitäter, Ärzte. Das Staatsfernsehen zeigt dankbare Patienten, die ihren Rettern Blumen vorbeibringen. Präsident Wladimir Putin hat denen, die mit Corona-Patienten arbeiten, Prämien versprochen, sollten sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Bei Gesundheitsschädigung soll es umgerechnet rund 860 Euro geben, mehr Geld bei bleibenden Behinderungen, wenn jemand stirbt, sollen die Hinterbliebenen rund 34.500 Euro erhalten.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Aber wohl nicht die Verwandten von Valentina Schuschina aus Sankt Petersburg. Die 56 Jahre alte Rettungssanitäterin starb am 18. April in einem Krankenhaus der Stadt, laut ihrer Tochter nach positivem Corona-Test und Lungenentzündung. Doch als Todesursache seien Metastasen im Rahmen einer Krebserkrankung angegeben worden. Solche Fälle gibt es viele. Auf einer inoffiziellen „Erinnerungsliste“, die Ärzte im Internet eingerichtet haben, steht Valentina Schuschinas Name zusammen mit denen von mehr als 150 anderen Ärzten und medizinischen Angestellten, die während der Pandemie gestorben sind.

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