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In der EU an vorderster Stelle : Warum die Pandemie in Litauen besonders schlimm wütet

Wegen Weihnachten: Verkehrskontrollen in Vilnius am 18. Dezember Bild: AFP

Litauen meldet immer neue Höchstwerte: bei der Zahl der Corona-Toten, bei der Zahl der Neuinfektionen. Noch im Sommer gab es einen Reisekorridor der baltischen Staaten. Was ist seither geschehen?

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          Der Arzt in Litauen am anderen Ende der Leitung hat schlechte Nachrichten. „Heute gibt es einen neuen Höchstwert in unserem Land“, sagt Zbigniew Siemienowicz, Leiter der Klinik in der Kleinstadt Šalčininkai. „Für den Vortag, also den Montag, wurden 78 Corona-Tote gemeldet.“ Außerdem haben die Behörden 1921 Neuinfektionen registriert. Damit steht Litauen in der EU, auf seine 2,8 Millionen Einwohner umgerechnet, an vorderster Stelle. Ebenso wie im weltweiten Vergleich: Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten weist Litauen – vor Serbien und Georgien – als das Land mit der höchsten 14-Tage-Inzidenz aus, für die Zeit bis zum 20. Dezember waren es 1376 Fälle pro 100.000 Einwohner.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Wie konnte es dazu kommen? Als im vorigen Winter und im Frühjahr zunächst im Westen Europas die Warnlampen angingen, als Hunderte Litauer auf dem Weg in die Heimat in ihren Autos an der geschlossenen deutsch-polnischen Grenze festsaßen, war die Pandemielage in Litauen noch weniger dramatisch. Damals verhängte die Regierung schnell einen Lockdown, die meisten folgten diszipliniert.

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