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Nicht nur für Privilegierte : Warum die britische Regierung Lateinunterricht fördert

  • -Aktualisiert am

Boris Johnson flicht gern lateinische oder griechische Phrasen in seine Reden ein (Aufnahme von der Einweihung eines Mahnmals für im Dienst getötete Polizisten mit Prinz Charles Ende Juli im National Memorial Arboretum in Burton-on-Trent) Bild: Laif

Der britische Bildungsminister startet ein Pilotprojekt um den Lateinunterricht an staatlichen Sekundarschulen auszuweiten. Die Konservativen möchten damit vor allem selbst weniger elitär wirken.

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          Selbst wenn nicht viel vom Lateinunterricht im Gedächtnis haften geblieben ist, so können ältere Briten aus ihrer Schulzeit noch den Reim rezitieren, der auf Deutsch in etwa lautet: „Latein ist eine tote Sprache, so tot, wie man nur sein kann. Erst hat sie die Römer umgebracht, und jetzt bringt sie mich um.“ Von der Plage des Deklinierens und Konjugierens, des Gerundiums und der Vokabeln wissen in Großbritannien allerdings immer weniger ein Lied zu singen.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Seitdem die Hochschulen in den Sechzigerjahren Lateinkenntnisse nicht mehr zur Bedingung für das Grundstudium machten, ist das Fach im Rückgang. Das gilt vor allem für den staatlichen Schulsektor, der besonders betroffen ist von der Idee, dass man Kindern nicht zu viel zumuten dürfe. Privatschulen schätzen den Nutzen von Lateinunterricht eher, weshalb das Vorurteil herrscht, die „tote Sprache“ sei nur etwas für feine Pinkel.

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