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Aufrüstung der Streitkräfte : Besorgnis über Russland

  • -Aktualisiert am

Der russische Kampfpanzer T-14 „Armata“ bei einer Parade in Moskau 2015. Bild: AFP

Der Kreml forciert die Aufrüstung, um den technologischen Rückstand auf die Nato wettzumachen. Experten warnen, dass Russland schon heute jeden Nachbarstaat außer China besiegen könnte.

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          Es war ein peinlicher Vorfall für die russische Armee, der sich am Vortag der Siegesparade am 8. Mai 2015 auf dem Roten Platz in Moskau abspielte. In der Generalprobe blieb der „Armata“, der neueste und angeblich beste Kampfpanzer der Welt, wie angewurzelt mitten auf der Straße stehen. Soldaten und Fahrzeuge mussten um den acht Millionen Euro teuren Havaristen herum marschieren. Das Verteidigungsministerium erklärte den Fahrer zum Sündenbock, er habe nicht mehr gewusst, wie die Handbremse zu lösen sei. Kein Wunder, erwiderten westliche Militärexperten. Der „Armata“ sei ein Computer auf Panzerketten und so komplex, dass Bedienungsfehler schnell passierten.

          Der Vorfall brachte dem Kreml weltweit Häme ein. Doch von ihrem Kurs ließen sich die Machthaber in Moskau dadurch nicht abbringen. Präsident Wladimir Putin ließ verkünden, die Streitkräfte sollten schon bald wieder auf Augenhöhe mit dem Westen agieren. Um das zu erreichen, hatte er einige Jahre zuvor der Rüstungsindustrie den Auftrag gegeben, neue Waffen zu entwickeln. Das Ergebnis erschreckt inzwischen selbst die bisher weit überlegene Nato. „Russland kann sich schon heute in einem konventionellen Krieg gegen jeden Gegner verteidigen und jeden Nachbarstaat außer China besiegen“, schreibt der Russland-Experte Dmitry Gorenburg in einer Studie der Harvard-Universität.Nun steht die Aufrüstung vor einer neuen Phase.

          Auf Augenhöhe mit der Konkurrenz

          Bis Ende 2017 wird Putin das Rüstungsprogramm für die kommenden zehn Jahre genehmigen. Der Investitionsumfang soll bei 19 Billionen Rubel liegen, das entspricht 270 Milliarden Euro. „Die Schwerpunkte sind so gelegt, dass Russland mit den technischen Fortschritten seiner direkten Konkurrenten, der Nato und China, mithalten kann“, sagt Gorenburg. Dazu sollen die Waffensysteme, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, in die Serienproduktion gehen.

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          Das fällt schwer, wie das Beispiel des Kampfpanzers „Armata“ zeigt. Nach der Parade auf dem Roten Platz im Mai 2015 kündigte das Verteidigungsministerium an, bis 2020 knapp 2300 Panzer zu beschaffen. Davon ist keine Rede mehr. In so kurzer Zeit kann der Kreml diese große Zahl nicht finanzieren. Zudem läuft die Produktion wegen anhaltender technischer Schwierigkeiten nur stockend an. Beim „Armata“ wie bei vielen anderen neu entwickelten Waffensystemen handelt es sich um Hochtechnologie, die sich für eine kostengünstige Massenproduktion kaum eignet. Bis 2020 könnten allenfalls 470 „Armata“ ausgeliefert werden, schätzt der britische Rüstungsbranchendienst „Jane’s“.

          Russlands Finanzprobleme haben sich schon vor einigen Jahren in einem Konflikt zwischen dem Finanz- und dem Verteidigungsministerium gezeigt. Die Militärs rechneten vor, dass sie von 2018 bis 2025 zur Modernisierung der Streitkräfte 22 bis 24 Billionen Rubel benötigten. Putins Finanzverwalter wollten allenfalls die Hälfte akzeptieren. Schließlich einigte man sich auf 19 Billionen Rubel über einer Laufzeit von zehn Jahren. Das Geld solle vor allem Heer, Luftwaffe und den Atomstreitkräften zugutekommen. Moskaus Ziel sei es, bis 2027 zwei große Kriege gleichzeitig führen zu können, schreibt die Carnegie-Stiftung in einer Studie über die russische Aufrüstung.

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