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Journalistenmord in Slowakei : Warum der Kuciak-Prozess neu aufgerollt wird

Gut bewacht: der als Mordauftraggeber angeklagte slowakische Geschäftsmann Marián Kočner am Dienstag während des Berufungsprozess in Bratislava Bild: AP

Das höchste Gericht der Slowakei hat die Freisprüche gegen die mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes am Journalisten Ján Kuciak aufgehoben. Nun wird der Prozess neu aufgerollt. Das Land sehnt sich nach Gerechtigkeit.

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          Die Slowaken waren schockiert, als ein Spezialgericht im vergangenen September den Geschäftsmann Marián Kočner und seine mutmaßliche Komplizin Alena Zsuzsová im Mordfall Ján Kuciak freisprach. Die beiden waren angeklagt, den Auftrag für die Ermordung des Investigativjournalisten und seiner Lebensgefährtin Martina Kušnírová im Februar 2018 gegeben zu haben. Die Tat hatte das ganze Land aufgewühlt, nach landesweiten Protesten trat damals sogar Ministerpräsident Robert Fico zurück. Denn kurz nach dem Mord war Kuciaks letzter Artikel veröffentlicht worden, der Verbindungen eines in der Slowakei lebenden italienischen Unternehmers, welcher der ’ndrangheta angehören soll, bis in das engste Umfeld des damaligen Regierungschefs offenbarte.

          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Nun sei die Slowakei der Gerechtigkeit wieder ein großes Stück näher gekommen, lautete der Tenor nach dem Urteil, das der Oberste Gerichtshof des Landes am Dienstagabend gefällt hatte: Die höchsten slowakischen Richter hoben den Freispruch auf, den das Spezialgericht wegen eines angeblichen Mangels an belastbaren Beweisen gegen Kočner und Zsuzsová gefällt hatte. Nun könnte den Slowaken doch noch das beklemmende Gefühl genommen werden, dass nach dem Mord an einem unabhängigen Journalisten zwar der Todesschütze und sein Gehilfe zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, die Hintermänner aber im Dunklen blieben.

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