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Erdogan und die EU : Hält der Flüchtlingsdeal?

Nach der Überfahrt betritt ein Flüchtling auf der Insel Lesbos erstmals europäischen Boden. Bild: ddp/Antonio Masiello/NurPhoto/Si

Seit drei Jahren funktioniert das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei, doch erfüllt die EU nicht alle ihre Versprechen. Erdogans Drohung, die Schleusen nun zu öffnen, ist ein Warnschuss Richtung Europa.

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          Das Flüchtlingsabkommen der Europäischen Union mit der Türkei hat sich bewährt. Der Deal funktioniert auch drei Jahre nach seinem Inkrafttreten, steht allerdings auf wackligeren Beinen. Denn die Türkei droht, sie könne die Schleusen öffnen, wenn sie nur wolle, und im August glich der Rückgang der illegalen Grenzübertritte auf dem Landweg den Anstieg der Ankünfte auf den griechischen Inseln nicht mehr aus. So war die Zahl der illegalen Grenzübertritte höher als in den beiden Vorjahren, nachdem im Juli die Zahl der illegalen Grenzübertritte nach Griechenland noch der des Vorjahres entsprochen hatte.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Fast jeder Zweite, der eine griechische Insel erreicht, stammt derzeit aus Afghanistan. Das hat seine Gründe: Die Lage in Afghanistan verschlechtert sich, Iran schiebt als Folge der Wirtschaftskrise konsequent Afghanen ab, und die Türkei hat sich vorgenommen, jeden Monat 25.000 Afghanen in ihre Heimat zurückzuschicken. Daher versuchen mehr Afghanen als früher, rechtzeitig Griechenland und den Boden der EU zu erreichen. Nach eigenen Angaben will die Türkei in diesem Jahr bereits ebenso viele Migranten aufgegriffen haben wie im Gesamtjahr 2018. Am vergangenen Dienstag waren es beispielsweise fast 250.

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