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Xi besucht Saudi-Arabien : Politischer Engtanz mit Blick nach Washington

Xi Jinping wird bei seiner Ankunft am Mittwochnachmittag von Prinz Faisal bin Bandar Al Saud, dem Gouverneur von Riad, begrüßt. Bild: dpa

Der chinesische Staatschef Xi Jinping wird bei seinem Besuch in Saudi-Arabien herzlich empfangen. Riad will seine strategischen Beziehungen „diversifizieren“ – doch man weiß um die roten Linien der Amerikaner.

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          Einen Ei­ertanz um die Bilder, wie es bei Joe Biden der Fall war, wird es dieses Mal nicht geben. Der Besuch des ­chi­ne­sischen Staats- und Parteichefs Xi Jinping in Saudi-Arabien steht ganz im Zeichen von Harmonie und Herzlichkeit. Am Ende der drei Tage dauernden Visite soll nach Angaben der amtlichen ­saudischen Presseagentur eine „strate­gische Partnerschaft“ zwischen beiden Staaten besiegelt werden, die schon en­ge Handelspartner sind. Beiden Seiten scheint daran gelegen, einen politischen Engtanz aufzuführen. Die Frage ist eher, wie sehr die saudische Führung dabei darauf achtet, einem interessierten Zu­schauer – vor allem in der Sache – nicht auf die Füße zu treten: dem amerikanischen Präsidenten Joe Biden.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Riad versichert stets, es gebe keinen Konflikt der Partnerschaften, das sei schließlich kein Nullsummenspiel. Man wolle sich nicht für eine Seite im Großkonflikt zwischen Amerika und China entscheiden müssen. Aber die Bestrebungen des Königreiches, seine strategischen Be­ziehungen zu diversifizieren, stoßen in Wa­shington auf wenig Gegenliebe. Und in sicherheitsrelevanten Fragen gibt es für Wa­shington rote Linien für eine saudisch-chinesische Partnerschaft.

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