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Gewaltausbrüche in Südafrika : Gespalten in der Regenbogennation

Enger Freund Zumas: Bischof Vusi Dube und eine Kirchendelegation am 21. Juli auf dem Weg zur Polizeistation in Phoenix Bild: AFP

Seit Langem bestehen in Südafrika Spannungen zwischen Indern und Schwarzen. In zwei Provinzen des Landes eskalierte die Gewalt in diesem Sommer. Ist ein friedliches Zusammenleben noch möglich?

          8 Min.

          Die Phoenix Settlement Site in Inanda nördlich der südafrikanischen Küstenstadt Durban könnte ein perfektes Ausflugsziel für Schulklassen sein. Mahatma Gandhi hatte einst hier gelebt, sein bescheidenes Haus und die Druckerei für seine Zeitung Indian Opinion kann man noch als Nachbauten besichtigen. Eine Bronzebüste Gandhis blickt durch die berühmte Brille in die Weite, auf sanfte grüne Hügel und endlose Siedlungen aus Wellblechhütten. Dem Anschein nach ist es ein friedlicher Ort. Ein Polizist aber hatte auf der Hinfahrt bei einer Führerscheinkontrolle gewarnt, es sei dort gefährlich. „Für Inder“, fügte er hinzu, „gerade jetzt.“ Gemeint sind die Südafrikaner indischer Abstammung, deren Vorfahren zu Kolonialzeiten als Arbeiter in Südafrika eingesetzt wurden. Bis heute werden sie in Südafrika Inder genannt, obwohl nur noch wenige eine Beziehung zu dem Subkontinent haben.

          Claudia Bröll
          Politische Korrespondentin für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Wenn es um die blutigen Unruhen vom Juli geht, sprechen die Menschen in der Gegend entsetzt und mangels treffender Worte nur von „diesen Tagen“ – und jeder weiß, was gemeint ist. Zigtausende Menschen gingen in den Provinzen KwaZulu-Natal und Gauteng auf Plünderungstour, zerstörten oder setzten wahllos in Brand, was sie finden konnten: Supermärkte, Einkaufszentren, aber auch Lagerhallen, Forschungslabore, Apotheken und Impfstationen.

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