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Kriminalität in Barcelona : Stadt der Diebe

Barcelonas wohl berühmteste Sehenswürdigkeit, die Sagrada Familia: Wo Touristen sind, ist der Taschendieb nicht weit. Bild: AFP

In einer Woche alleine hundert gewaltsame Raubüberfälle in der Altstadt: Barcelona versinkt in Straßenkriminalität. Die Verunsicherung der Bürger nimmt zu, sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen – und auch für Touristen ist es nicht ganz ungefährlich.

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          „Carteristas, Pickpockets“, gellen die Rufe durch die U-Bahn-Station. Dazu ertönen schrille Trillerpfeifen. Vier Spanier haben zwei Frauen eingekreist und halten Schilder hoch, die – auch auf Deutsch – vor Taschendieben warnen. Vor den Fahrkartenautomaten in der Haltestelle unter der Sagrada Família drängen sich die Touristen. In den Metro-Stationen in der Nähe der Sehenswürdigkeiten und in den Zügen langen die Diebe besonders oft zu. An der Sagrada Família wollen die Aktivisten mit ihrem Lärm die von ihnen verdächtigten Frauen dazu bringen, die U-Bahn zu verlassen.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Während der Hochsaison werden in Barcelona an manchen Tagen 40 gewaltsame Diebstähle angezeigt. Opfer waren auch schon Mitglieder des qatarischen Königshauses. Eine südkoreanische Politikerin starb an den Kopfverletzungen, die sie bei einem Sturz erlitt, als Diebe ihr die Handtasche entrissen. Die zunehmende Unsicherheit ist laut Umfragen die größte Sorge der Bürger Barcelonas. Sie fühlen sich von den Politikern und der Polizei im Stich gelassen und haben selbst die Initiative ergriffen. Viele halten der linksalternativen Bürgermeisterin Ada Colau vor, sie habe zu lange tatenlos zugesehen.

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