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Seniorenproteste in Israel : Mit Rollator und Klappstuhl gegen Netanjahu

Ein Bewohner des Altersheims Migdal Nofim demonstriert mit einem Schild: „Ein Land ohne Netanjahu oder Netanjahu ohne ein Land.“ Bild: Quique Kierszenbaum

Auch wenn es sie viel Kraft kostet, nehmen immer mehr Senioren an den Protesten gegen Israels Regierung teil. Die Gründergeneration sieht ihr Erbe in Gefahr.

          4 Min.

          Michael Keren kam 1933 im Alter von zwei Jahren aus Berlin nach Palästina. Jetzt steht er auf einer Jerusalemer Straßenkreuzung, hält sich an einem Metallgitter fest und demonstriert gemeinsam mit zwanzig Bewohnern seines Altersheims. Manche haben Rollatoren dabei, andere sitzen auf Klappstühlen. Keren trägt einen Holzstab mit einer schwarzen Flagge, in deren Mitte die Flagge Israels genäht ist. Er sagt: „Ich fühle mich, als hätte man mir den Staat aus der Hand genommen.“

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Mit siebzehn war Keren in die junge Armee des gerade ausgerufenen Staates Israel eingetreten, in England studierte er anschließend Wirtschaft und arbeitete mehrere Jahre als Beamter im israelischen Handelsministerium. Dann promovierte Keren an der amerikanischen Universität Yale und wurde später Professor für Ökonomie an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Heute ist Keren pensioniert und steht an der Hamifletzet-Kreuzung. Er sagt, eigentlich hätte er Besseres zu tun. Aber es müsse sein.

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