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Anarchie im Netz : Es braucht mehr Kontrolle

Trägt das Internet Schuld an Tarrants Taten in Christchurch? Bild: AFP

Den Mas­sen­mord von Christ­church ver­folg­ten Hun­der­te im Netz – und ta­ten nichts. Warum beginnt die Polizei nicht damit, extremistische Sammelbecken zu bekämpfen?

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          Wer noch immer meint, dass die Anarchie im Internet nur Gutes hervorgebracht habe, sollte sich klarmachen, was während des Anschlags von Christchurch passiert ist: 200 Personen verfolgten live im Netz, wie Brenton Tarrant sein Auto an einer Moschee abstellte, sich mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnete und gezielt Muslime ermordete. Nicht ein einziger meldete das Video. Im Gegenteil, die Zuschauer und viele andere feierten den Attentäter sogar dafür. Nur Minuten nachdem er seine Mordtaten im Forum „8chan“ angekündigt hatte, fluteten Nutzer es mit rechtsextremen Parolen und mit Hitlerfotos.

          Noch immer quillt „8chan“ über vor Hass. Einige Nutzer fragen inzwischen, warum Tarrant eigentlich Muslime getötet habe und nicht Juden; andere behaupten, der Anschlag sei eine Verschwörung des israelischen Geheimdienstes gewesen, die dem Ziel diene, die „weiße Rasse“ zu verunglimpfen.

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