https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/warschau-will-keine-patriot-abwehrsysteme-polens-feinde-18485692.html

Warschau will keine Patriots : Polens Feinde

  • -Aktualisiert am

Ein Abwehrsystem vom Typ Patriot des Flugabwehrraketengeschwaders 1 der Bundeswehr auf dem Militärflughafen Schwesing in Schleswig-Holstein Bild: dpa

Dass die polnische Regierung nun doch kein deutsches Patriot-Abwehrsystem haben will, ist ein Luxus, den sich nicht jeder NATO-Staat leistet. Die Lieferung des Systems an die Ukraine wäre nicht die bessere Lösung.

          1 Min.

          Es ist eine bemerkenswerte Kehrtwende, dass die polnische Regierung nun doch kein deutsches Patriot-Abwehrsystem haben will. Vor ein paar Tagen war der polnische Verteidigungsminister noch ganz glücklich über das Angebot aus Berlin. Es spricht einiges für die Deutung in der Presse des Landes, dass Hilfe durch die Bundeswehr nicht in Kaczynskis antideutsches (Wahlkampf-)Konzept passen würde.

          Wenn es stimmt, fragt man sich mal wieder, ob die Regierungspartei PiS wirklich nur im Osten einen Feind sieht. Den Luxus, in einer schwierigen Lage militärische Hilfe eines Verbündeten abzulehnen, muss man sich leisten können. Die benachbarte Slowakei hat da andere Sicherheitsbedürfnisse.

          Stärkung der Ostflanke ist sinnvoll

          In der Sache war das deutsche Angebot berechtigt. Dass der jüngste Raketeneinschlag auf polnischem Gebiet offenbar eine fehlgeleitete ukrainische Rakete war, heißt nicht, dass der Krieg nicht doch irgendwann auf das Territorium des Bündnisses übergreifen könnte. Um für diesen Fall gerüstet zu sein, und vor allem, um Moskau davon abzuschrecken, ist jede Verstärkung an der Ostflanke der NATO sinnvoll.

          Der polnische Vorschlag, das System stattdessen an die Ukraine zu liefern, ist eine durchsichtige Ausrede, denn das würde mit der nötigen Ausbildung der ukrainischen Mannschaften deutlich länger dauern und entzöge der Bundeswehr und damit der NATO ein Waffensystem, das sie nicht im Überfluss hat.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Weitere Themen

          Darum ist die Stichwahl in Georgia wichtig

          US-Senat : Darum ist die Stichwahl in Georgia wichtig

          Können die Demokraten den Senat mit einer Stimme Mehrheit kontrollieren oder müssen sie die Republikaner an der Macht beteiligen? Für die Demokraten geht es an diesem Dienstag um Richter, Abweichler und einen Blick in die Zukunft.

          Topmeldungen

          Oliver Bierhoffs Abgang : Befreiungsschlag für den DFB

          „One Love“ und „Mund zu“ waren die letzten Fehler, die sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff erlauben durfte. Sein Rückzug beendet eine Ära, die zwiespältiger nicht sein könnte. Was wird nun aus Hansi Flick?
          Raphael Warnock im November in Atlanta

          US-Senat : Darum ist die Stichwahl in Georgia wichtig

          Können die Demokraten den Senat mit einer Stimme Mehrheit kontrollieren oder müssen sie die Republikaner an der Macht beteiligen? Für die Demokraten geht es an diesem Dienstag um Richter, Abweichler und einen Blick in die Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.