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Warschau : Die Beschlüsse des Nato-Gipfels

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Die Gipfel-Teilnehmer in Warschau schauen gespannt in den Himmel. Bild: Reuters

Im Fokus des Nato-Gipfels in Warschau steht ganz eindeutig das Verhältnis zu Russland und die Reaktion auf die russische Aggression. Doch auch auf anderen Feldern will sich das Militärbündnis stärker engagieren.

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          STÄRKUNG DER OSTFLANKE: Die Nato verlegt tausende Soldaten nach Osteuropa. Die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsländer verständigten sich am Freitag darauf, jeweils ein Bataillon mit etwa 1000 Soldaten in Polen, Lettland, Litauen und Estland zu stationieren. Die Bundeswehr soll mit mehreren hundert Soldaten den Verband in Litauen anführen. Hintergrund: Die Länder grenzen an Russland und fühlen sich seit Ausbruch der Ukraine-Krise von dem mächtigen Nachbarn bedroht.

          KOOPERATION NATO-EU: Die Nato und die Europäische Union wollen künftig wesentlich besser zusammenarbeiten. Spitzenvertreter beider Organisationen unterzeichneten am Freitag eine Erklärung, die zum Beispiel eine enge Kooperation bei der Bekämpfung illegaler Migration vorsieht. Als erster großer Schritt in diese Richtung gilt der Marineeinsatz gegen Schleuserkriminalität in der Ägäis. Bei ihm arbeitet die Nato mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex zusammen.

          OPERATIONSGEBIET INTERNET: Die Nato will sich besser gegen Angriffe aus dem Internet rüsten. Die 28 Mitgliedstaaten erklärten das Netz am Freitag zu einem zusätzlichen militärischen Operationsgebiet neben Boden, See und Luft. Damit ist auch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für den Schutz vor Hacker-Attacken verbunden.

          RAKETENSCHILD: Der Raketenschirm der Nato zum Schutz Europas ist einsatzbereit. Die Allianz übernahm am Freitag von den Vereinigten Staaten das Kommando über das Abwehrsystem, zu dem bisher eine Raketenabschussstation in Rumänien, vier in Südspanien stationierte Schiffe und eine Radaranlage in der Türkei gehören. Die Kommandozentrale ist im rheinland-pfälzischen Ramstein. Die Nato betont, das Raketenschild sei nicht gegen Russland gerichtet. Moskau kritisiert das Rüstungsprojekt scharf und droht mit Gegenmaßnahmen.

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