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Reformvorschläge : Was passiert, wenn ein Papst nicht mehr selbst entscheiden kann?

Kann künftig länger dauern: Wenn ein neuer Papst gewählt ist, steigt weißer Rauch auf. Bild: dpa

Für Päpste gelten eigene Maßstäbe. Deshalb wird es auch nicht als pietätlos empfunden, dass einige in der katholischen Kirche darüber nachdenken, wie zu verfahren wäre, wenn ein Papst nicht mehr Herr seiner selbst wäre.

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          Was wäre passiert, wenn Papst Franziskus nach seiner jüngsten Darmoperation ins Koma gefallen wäre und die Ärzte nicht hätten absehen können, wann und ob er überhaupt je wieder das Bewusstsein erlangt? Ein solches Szenario nach einem offenbar erfolgreichen medizinischen Eingriff öffentlich zu thematisieren würde in anderen Fällen als pietätlos empfunden. Aber für Päpste gelten andere Maßstäbe. Franziskus’ zehntägiger Klinikaufenthalt wegen einer symptomatischen Divertikelstenose des Darms im Juli hat die Debatte über Vorkehrungen für die letzten Dinge neu entfacht. Die Gründe liegen auf der Hand: Franziskus wird im Dezember 85 Jahre alt. Benedikt XVI. ist in diesem Alter zurückgetreten. Wenngleich Franziskus physisch robuster wirkt als sein Vorgänger damals, ist auch das Ende seines Pontifikats absehbar. Entscheidend ist jedoch ein zweiter Grund.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Es gibt bis heute keine Vorschriften dafür, wie im Falle eines Papstes verfahren werden soll, der nicht mehr bei Bewusstsein ist. Jene, die eine Regelung für dringend nötig halten, befürchten, dass die Weltkirche monatelang führungslos dahintreiben und der Vatikan in Diadochenkämpfen versinken würde. Spätestens die letzten Monate des Pontifikats von Johannes Paul II. haben nach Ansicht vieler Kirchenleute vor Augen geführt, wie hilfreich eine solche Klärung wäre. Denn niemand weiß, welche Entscheidungen dieser Papst, der von seiner Parkinson-Erkrankung und anderen Leiden zusehends dahingerafft wurde, vor seinem Tod noch eigenständig getroffen hat. Ob Franziskus für einen solchen Fall Vorsorge getroffen hat, ist nicht bekannt.

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