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Wanderarbeiter in China : Wenn die Epidemie zur Schuldenfalle wird

In der Stadt Guangzhou leben viele Wanderarbeiter aus der Provinz Hubei – eine junge Frau wartet Anfang Mai auf den Bus dorthin. Bild: EPA

Herr Zhang gibt auf. Nach neun Jahren in Peking schließt der Schuhhändler sein Geschäft und kehrt zurück in sein Dorf. Wie ihm ergeht es Hunderttausenden Straßenhändlern und Wanderarbeitern in China. Sie können sich das Leben in der Stadt nicht mehr leisten.

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          Herr Zhang hat seine Verzweiflung auf Pappschilder geschrieben und sie in seinem Schuhgeschäft aufgehängt. „Das war’s. Tschüs, Peking“, steht da, und: „Die Epidemie bringt mich zum Weinen“. Nach neun Jahren gibt Herr Zhang auf. So lange hat er den Laden in Picun betrieben, einem Vorort von Peking, in dem sogenannte Wanderarbeiter wohnen, die sich die hohen Mieten in der Stadt nicht leisten können.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          „Ich verliere jeden Tag Geld“, sagt Zhang. Erst musste er wegen der Corona-Epidemie für fast drei Monate schließen, nun liegt sein Umsatz bei 20 Prozent dessen, was er vor der Schließung eingenommen hat. Denn viele Bewohner haben Picun verlassen. „Noch immer sehe ich täglich Leute mit Koffern an meinem Laden vorbeiziehen“, sagt Zhang.

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