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Wahlkampfstart in Amerika : Senatorin Warren dominiert erste TV-Debatte der Demokraten

  • Aktualisiert am

Die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Cory Booker, Elizabeth Warren und Beto O’Rourke (von links) präsentieren sich bei der ersten TV-Debatte des Wahlkampfs. Bild: AP

Zehn demokratische Kandidaten diskutieren über Wirtschaftspolitik, Gesundheitssystem und Migrationskrise. Sie alle wollen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern. Der hat nur ein Wort für die Debatte übrig: „Langweilig!“

          Die amerikanische Senatorin Elizabeth Warren hat die erste TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber dominiert. Die 70-Jährige und neun weitere Präsidentschaftsanwärter diskutierten am Mittwochabend in Miami im amerikanischen Bundesstaat Florida über Themen wie die Wirtschaftspolitik, das Gesundheitssystem und die Migrationskrise an der Grenze zu Mexiko. Die linksgerichtete Politikerin, die in Umfragen im demokratischen Bewerberfeld auf dem dritten Platz liegt, konnte dabei ihren Status als eine der Favoritinnen festigen.

          In der Debatte sprach sich die Wall-Street-Kritikerin für eine sozial gerechtere Wirtschaftspolitik aus. Die amerikanische Wirtschaft diene derzeit vor allem den Reichen. Notwendig seien deswegen „strukturelle Veränderung“ in Wirtschaft und Regierungshandeln. Mit Blick auf den Streit um das amerikanische Gesundheitssystem sagte Warren, Gesundheit sei ein „Menschenrecht“.

          Neben Warren nahmen an der Debatte unter anderem der frühere Kongressabgeordnete Beto O'Rourke, der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio, Senator Cory Booker und der frühere Wohnungsbauminister Julian Castro teil. Mit Blick auf die Migrationskrise sagte der Hispano-Amerikaner Castro, er würde als Präsident die Null-Toleranz-Politik von Präsident Donald Trump sofort beenden. Das Bild eines auf dem Weg in die Vereinigten Staaten ertrunkenen Flüchtlings und seiner ebenfalls ertrunkenen kleinen Tochter bezeichnete er als „herzzerreißend“. Es müsse wütend machen und zum Handeln anspornen.

          Biden und Sanders treffen in zweiter Debatte aufeinander

          Trump, der sich während der Debatte auf dem Flug zum G20-Gipfel in Japan befand, äußerte sich herablassend über den Schlagabtausch der Demokraten: „Langweilig!“, schrieb er als einziges Wort in einem Tweet.

          Wegen des großen Bewerberfelds organisieren die Demokraten am Donnerstagabend eine zweite TV-Debatte, in der zehn weitere Präsidentschaftsanwärter gegeneinander antreten. Dort werden dann Ex-Vizepräsident Joe Biden und der Senator Bernie Sanders auftreten, die derzeit in Umfragen vorne liegen. Mit Kamala Harris und Pete Buttigieg nehmen zudem zwei weitere Anwärter teil, die zum Spitzenfeld der Bewerber gehören.

          Die zweite Diskussionsrunde der Demokraten ist für den 30. und 31. Juli geplant. Die Vorwahlen beginnen Anfang Februar 2020 mit einer Abstimmung im Bundesstaat Iowa. Ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin ernennen die Demokraten dann formell bei einem Parteitag vom 13. bis 16. Juli. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. November 2020 statt. Trump hofft auf eine zweite Amtszeit im Weißen Haus.

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