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Amerikanischer Wahlkampf : Bernie Sanders verbietet Russland jede Einmischung

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Der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders bei einem Wahlkampfauftritt in Santa Ana, Kalifornien. Bild: Reuters

Nach Einschätzung amerikanischer Behörden versucht Russland den Demokraten Bernie Sanders im Wahlkampf zu unterstützen, um die Gesellschaft zu spalten. Der demokratische Kandidat reagiert mit einer klaren Botschaft.

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          Russland will einem Medienbericht zufolge laut Einschätzung der amerikanische Behörden den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders im Vorwahlkampf unterstützen. Die „Washington Post“ berichtete am Freitag, amerikanische Regierungsvertreter hätten den linksgerichteten Senatoren darüber informiert, dass Moskau seinem Wahlkampf als Teil einer Einmischung in die Vorwahlen der Demokraten helfen wolle. In welcher Form dies geschehen solle, war zunächst nicht klar.

          Sanders verbat sich als Reaktion auf den Bericht jede russische Einflussnahme. Anders als Präsident Donald Trump sehe er den russischen Staatschef Wladimir Putin nicht als „guten Freund“ an, erklärte der derzeitige Umfragefavorit im demokratischen Bewerberfeld. „Mir ist es ehrlich gesagt egal, wen Putin als Präsidenten will. Meine Botschaft an Putin ist klar: „Halten Sie sich aus US-Wahlen heraus, und als Präsident werde ich sicherstellen, dass Sie das tun.“

          Spaltung der Gesellschaft zum Ziel

          Die amerikanischen Behörden gehen davon aus, dass Russland Sanders schon im Vorwahlkampf 2016 gegen seine Rivalin Hillary Clinton unterstützen wollte, um eine Spaltung der amerikanischen Gesellschaft voranzutreiben und letztlich dem republikanischen Kandidaten Trump zu helfen. Während Clinton sich vor vier Jahren bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Sanders durchsetzte, unterlag sie schließlich Trump bei der Präsidentschaftswahl.

          Die Geheimdienste der Vereinigten Staaten gehen laut aktuellen Medienberichten davon aus, dass Russland auch in diesem Jahr in den Wahlkampf eingreifen will – zugunsten von Amtsinhaber Trump. Die russische Regierung bestritt dies am Freitag, Trump selbst sprach von einer „neuen Desinformations-Kampagne“ der Demokraten.

          Der Streit über die Geheimdiensteinschätzung war womöglich der Grund, warum Trump in dieser Woche den Geheimdienstdirektor Joseph Maguire feuerte und durch den US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, ersetzte.

          Sanders liegt derzeit in Umfragen zu den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern vorn. Beobachter fragen sich aber, ob der 78-Jährige bei der Präsidentschaftswahl im November Amtsinhaber Trump schlagen könnte. Der Senator vertritt für US-Verhältnisse weit links stehende Positionen und könnte damit viele Wähler der politischen Mitte vergraulen. Trump hat ihn schon als „Kommunisten“ bezeichnet.

          Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste manipulierte Russland den Präsidentschaftswahlkampf 2016 insbesondere durch eine Kampagne in Online-Netzwerken wie Facebook. Die US-Behörden befürchten schon seit geraumer Zeit, dass Russland sich auch in diesem Jahr in die US-Wahlen einmischen könnte.

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